Anwendungsmöglichkeiten der Aromatherapie in der Pflege

Ätherische Öle: Anwendung & Wirkung bei Harnwegserkrankungen

Wie bereits angekündigt, wollen wir uns in den Blogbeiträgen zur Aromatherapie/Aromapflege ja noch ein wenig den Anwendungsmöglichkeiten nähern, um in den Fokus zu bringen, welche alternativen Möglichkeiten man zu herkömmlichen pharmazeutischen Therapien hat. Besonders auch in der Palliativpflege und bei Schmerzpatienten.

 

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Ätherischen Ölen – viele Möglichkeiten der Anwendung
  2. Überblick über einige Anwendungsmöglichkeiten der Aromatherapie in der Pflege
  3. Dosierungen der ätherischen Öle
  4. Hinweis zum Gebrauch
  5. Literaturtipp

Lesezeit: 6 Minute / 1148 Wörter

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Ätherischen Ölen – viele Möglichkeiten der Anwendung

 

Von der Haut/Haar und Mundpflege, über Wickel und Auflagen, über Salben und Cremes bis hin zu der Bekämpfung von multiresistenten Keimen und Duftreisen die ausgleichend und beruhigend wirken, gibt es viele Möglichkeiten der Anwendung von ätherischen Ölen.

 

Überblick über einige Anwendungsmöglichkeiten der Aromatherapie in der Pflege

 

Salben

Ätherische Öle können z.B. sehr gut in Salben eingearbeitet werden. Salben eignen sich zum Beispiel, um Hautirritationen oder Ekzeme zu Auch zum Einreiben von Brust und Rücken bei Atemwegserkrankungen und zum Einreiben bei Muskel- und Gelenkschmerzen sind sie sehr geeignet ätherischen Ölen.

 

Inhalationen

Inhalationen gehören zu den wirksamsten Methoden. Zur Eigenanwendung reicht in den meisten Fällen eine Schüssel mit Handtuch. Für Ihr Klientel sind spezielle elektrische Inhalationsgeräte besser geeignet. Achten Sie jedoch darauf, dass ätherische Öle für das Gerät zugelassen sind. Gut funktionieren in der Regel auch Plastik-Inhalationsgeräte. Sie sind auch sehr viel preiswerter.

 

Nasentampons

Vielfach kommen auch sogenannte „Nasentampons“ in Anwendung. Hier wird aus einem Papiertaschentuch ein kleines Quadrat von 2-3 cm Seitenlänge herausgerissen. Nun werden ein bis zwei Tropfen eines geeigneten ätherischen Öls darauf geträufelt, das Quadrat zusammengeknüllt und in ein Nasenloch eingeführt. (Quelle: Wabner (2009), S. 95 f.) Dafür muss der Patient jedoch geistig klar sein. Diese nasalen Applikationen werden als „direkte Inhalationen“ bezeichnet. Raumbeduftung wäre dagegen eine „indirekte Inhalation“

 

Tropfen

Sie können auch einige Tropfen eines ätherischen Öls auf ein Taschentuch träufeln und einatmen lassen oder auf das Kopfkissen legen. Hilfreich ist es, ein Papiertaschentuch zu zerknüllen, damit so die Oberfläche vergrößert wird. Natürlich können Sie auch verdünntes ätherisches Öl direkt auf die Nasenflügel auftragen.

 

Duftlampen

Die Anwendung von Duftlampen wird, wie bereits erwähnt, als indirekte Inhalation bezeichnet. Sie gehört zu den häufigsten Nutzungen. Man kann einerseits mittels Duftlampen die Raumluft verbessern, was besonders bei Krankheit, übel riechenden Wunden oder auch Sterben sinnvoll ist. Andererseits können Sie auch auf diesem Weg die Luft in Krankenzimmern desinfizieren. Und natürlich rufen die Düfte bei den Patienten somatische und psychische Wirkungen hervor, sie können beispielsweise immunstärkend wirken oder das Atmen erleichtern oder auch beruhigen oder aufmuntern.

 

Elektrische Duftlampen, Duftsteine, Vernebler

Neben den bekannten Duftlampen kommen auch elektrische Duftlampen, Duftsteine, Vernebler und Diffuseure zum Einsatz. Auch mit einer einfachen Sprayflasche können Sie ätherische Öle in einem Raum verteilen. Die einfachen Duftlampen, die mit einer Kerze betrieben werden, dürfen in Pflege- und Klinikeinrichtungen nicht verwendet werden. Auch im häuslichen Bereich versteht es sich von selbst, dass bei dementen Patienten und auch bei Kindern nicht mit offenem Feuer umgegangen wird. (Quelle: Stadelmann (2015), S. 31)

 

Spülung für Mund- und Rachen

Mit ätherischen Ölen kann auch gegurgelt und gespült werden. Besonders bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich hat sich das sehr bewährt. Da ätherische Öle antibakteriell wirken (viele auch pilztötend und antiviral), kann man sie gut nutzen, um Keime und Pile abzutöten. Manche Öle beruhigen auch die Schleimhäute und wirken schmerzlindernd. Auch bei Mundgeruch ist eine Anwendung sehr gut denkbar. Je nach ausgewähltem Öl kann eine Mundspülung auch anregend wirken und frisch machen.

 

Einreibungen

Einreibungen mit ätherischen Ölen kommen in der Pflege sehr häufig vor. Besonders bei Muskelverspannungen, Gelenkschmerzen und Durchblutungsstörungen werden sie gern eingesetzt. Sie wirken oft besser als eine Ganzkörpermassage.

 

Wickel

Auch Wickel können in der Pflege vielfach verwendet werden. Sie werden feuchtwarm, feuchtheiß, kühl und auch trocken verwendet je nach Krankheitsbild. Ein Wickel besteht aus zwei bis drei Tüchern. Auf das Innentuch werden die ätherischen Öle aufgetragen.

 

Massagen

Massagen wurden in der Menschheitsgeschichte schon immer verwendet, um das Wohlbefinden zu erhöhen und die Gesundheit zu stützen. In der Antike gehörte eine Massage zum täglichen Leben. Genau wie das Bad. Auch mittelalterliche und frühneuzeitliche Ärzte empfahlen sie bei vielen Erkrankungen. Mit Hilfe von Aromaölen kann die Wirkung signifikant erhöht werden.

 

Aromabäder

Wohltuend sind auch Aromabäder. Hier wird das Öl zweifach vom Körper aufgenommen. Zum einen durch die Nase, wodurch der Duft rasch das Limbische System erreicht. Aber auch durch die Haut werden ätherische Öle resorbiert und wirken auf den Organismus.

 

Dosierungen der ätherischen Öle

Damit Sie einen Anhaltspunkt haben, wie Sie bei Aromaanwendungen dosieren können, finden Sie hier noch einmal eine Auflistung der verschiedenen Anwendungen. Mit wachsender Erfahrung werden Sie Ihre eigenen Dosierungen für den jeweiligen Patienten finden. Die aufgelisteten Dosierungen sind nicht verbindlich, sondern auch abhängig vom Patienten, dem Tageszustand, dem ätherischen Öl und der Erfahrung des Pflegenden.

 

[vc_message message_box_color=”alert-danger”]Inhalation:  1-3 Tropfen (auf 1 l heißes Wasser)

Duftlampe:   3-8 Tropfen (ca. 20 qm Raumgröße)

Raumspray:  3-5 Sprühstöße (ca. 20 qm Raumgröße)

Waschungen: 2-5 Tropfen (auf 5 l warmes Wasser)

Aromamassage: 20 Tropfen auf 100 ml Trägeröl (= 1 %ig)

Kompresse:  1-5 Tropfen auf 100 ml Wasser

Ölkompresse: 2-4 Tropfen auf 10 ml Trägeröl

Wickel:  3-5 Tropfen auf einen Esslöffel Trägeröl     oder 2-4 Tropfen auf 2 l Wasser oder Tee

Vollbäder:  2-10 Tropfen Fußbäder:  2-6 Tropfen Sitzbäder:  2-6 Tropfen Pflegeöle:  25-38 Tropfen auf 100 ml Trägeröl

[/vc_message][vc_column_text]Einen Emulgator benötigen Sie, damit sich die ätherischen Öle in Wasser lösen, also bei Waschungen und Bädern (nicht bei Inhalationen oder Duftlampen). Als Emulgator eignen sich Sahne, fette Milch, Meersalz, Basensalz, Honig und fette Trägeröle. Mischen Sie immer erst das ätherische Öl mit dem Emulgator, bevor Sie es ins Wasser geben.

Als Dosierung kann man für Emulgatoren folgende Richtwerte geben: Waschungen und Teilbäder: 1 TL Sahne, Honig, Salz oder 10 ml Trägeröl Vollbäder:    ½ Becher Sahne, 3 EL Honig oder 4 EL Salz  Wickel und Auflagen:  1 TL Sahne, Honig, Salz oder 10 ml Trägeröl[/vc_column_text][vc_column_text]

 

Hinweis zum Gebrauch

Bestimmte Vorsichtsmaßnahmen müssen stets beachtet werden. Das ausgewählte ätherische Öl muss gut passen und darf nichts reizend wirken. Beachten Sie stets die möglichen Nebenwirkungen. Nasale Anwendungen dürfen nicht über Stunden und in zu hoher Dosierung angewandt werden, da Kopfschmerzen und Übelkeit die Folge sein können.

Die richtige Anwendungsform muss jeweils für den speziellen Patienten gewählt werden. Dabei ist der momentane Befindlichkeitszustand von großer Bedeutung. Auch kulturelle Herkunft und Lebensgeschichte spielen bei der Duftauswahl eine große Rolle. Der Patient muss den Duft mögen. Beginnen Sie stets mit einer eher geringen Tropfenzahl und erhöhen Sie bei guter Verträglichkeit.

Mit ätherischen Ölen, sollten Sie nur arbeiten, wenn Sie sich wirklich auskennen oder angeleitet wurden! Nutzen Sie für diese Anwendungen niemals synthetische Duftöle.

In einem Folgebeitrag werden wir uns noch einmal genauer anschauen, welche Öle geeignet sind. Wenn Sie sich für die Aromapflege entscheiden ist es wirklich anzuraten eine Fort-oder Weiterbildung dazu zu besuchen und sich tiefergehend mit der Thematik zu beschäftigen.

 

Literaturtipp

Besorgen Sie sich, wenn Sie sich für die Thematik interessieren von einem guten Anbieter (nächster Beitrag) einige Öle und schauen Sie erst einmal für sich selbst, wie diese wirken und welche eigenen Erfahrungen Sie damit sammeln können. Es gibt ebenfalls auch viele gute Bücher zu dieser Thematik (z.B. von Stadelmann: Aromapflege-Praktische Aromatherapie für den Pflegealltag: Ganzheitliche Begleitung für Kranke und Pflegbedürftige).

 

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Alle Beiträge zum Thema ätherischen Öle im Überblick

  1. Aromatherapie in der Pflege
  2. Anwendungsmöglichkeiten der Aromatherapie in der Pflege
  3. Anwendung von Aromatherapie im Bereich der Psyche
  4. Wirkung von ätherischen Ölen in Bezug auf MRSA
  5. Der Einsatz von ätherischen Ölen bei Erkrankungen des Harnapparates
  6. Ätherische Öle und ihre Wirkung auf die Haut

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