Ausbildungsstart 2017- Anleitungssettings- ein kleines Refresh

Thema Hygiene - mehr als Selbst-und Fremdschutz

Als kleine Erinnerung an die unterschiedlichen Möglichkeiten der Anleitungssettings, hier noch einmal eine Übersicht.

 

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Anleitungssettings – ein kleines Refresh
  2. Anleitungssettings
  3. Kriterien des Anleitungssetting

Lesezeit: 3 Minute / 618 Wörter

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Anleitungssettings – ein kleines Refresh

 

Vielleicht erinnert der Eine oder Andere sich ja noch an den Gesamtartikel zum Thema Praxisanleitung vor einigen Wochen. Es gab dort einen Link zu einem Bogen zur Kompetenzorientierte Praxisanleitung  (https://download.hoeher-akademie.online/download/checkliste-zur-kompetenzorientierten-praxisanleitung/)

Da der Pflegealltag ja wie schon gesagt häufig unberechenbar und nicht immer in Gänze planbar ist, ist es wichtig für die Anleitung von Auszubildenden einen Rahmen zu schaffen, der sie lernen lässt, situativ zu handeln. Das bedeutet, dass sie die Möglichkeit bekommen sollen, das Wissen was sie Regel geleitet erworben haben, auch in die situative Anwendung zu bringen. Dies bedeutet konkret, nicht nur auswendig gelerntes wiederzugeben oder in immer einem Kontext anzuwenden (z.B. immer bei den Selben drei Bewohnern den Blutdruck zu messen), sondern langsam zu variieren und unterschiedliche Situationen hinzuzufügen. So werden erlernte Abläufe gefestigt und der Blick auf den Bewohner/Patienten wird geschult. Das klassische Regel geleitete handeln, weicht irgendwann dem situativ beurteilenden Handeln und dann wird es durch das reflektierende Handeln ergänzt. Im reflektierenden Handeln lernt der Auszubildende sich selbst als Pflegeperson mit einzubeziehen in die Pflegehandlung und dessen Ergebnis. Die Königsdisziplin ist das aktiv ethische Handeln, in welchem die Pflegekraft quasi als „Anwalt des Bewohners/Patienten“ agiert und auch auf die Gefahr hin in eine negative Auseinandersetzung mit seinem Umfeld zu kommen, tritt man für das Recht des Bewohners/Patienten ein.

Diese Stufen der Kompetenz nach Olbrich, werden nicht erworben in dem der Auszubildende über drei Ausbildungsjahre nur in einem Anleitungssetting angeleitet wird und täglich gleiche Abläufe wiederholt. Er muss die Chance bekommen seine Handlungskompetenzen in unterschiedlichen Kontexten zu erwerben.

 

Anleitungssettings

Die sogenannten Anleitungssettings, sind die verschiedenen Möglichkeiten der Anleitung. Es ist nicht immer möglich und auch nicht immer sinnvoll direkt „am Bett“ anzuleiten. Je nach Auszubildendem, nach seiner vorherrschenden Art zu Lernen und nach gesetzten Zielen, können unterschiedliche Anleitungssettings ausgewählt werden.

Sieben unterschiedliche wollen wir uns hier noch einmal in Erinnerung rufen:

  1.  Besprechung oder Einübung einer konkreten Maßnahme im Vorfeld (z.B. im Stationszimmer) – mündlich, schriftlich oder praktisch.
  2.  Konkrete Anleitung einer Maßnahme am Bewohner
  3.  Aufgabenstellung einer konkreten Versorgung eines oder mehrerer Bewohner/innen, unter Mitarbeit oder Kontrolle des Anleiters/ der Anleiterin oder in Eigenverantwortung des Schülers/ der Schülerin.
  4.  Aufgabenstellung zur theoretischen Vorbereitung einer Maßnahme oder einer Gesamtsituation.
  5.  Aufgabenstellung zur fachlichen Nachbesprechung einer bestimmten Pflegesituation.
  6.  Aufgabenstellung zur Reflexion eines ethischen Aspektes den Wohnbereich, die Mitarbeiter oder einen Bewohner/ eine Bewohnerin betreffend.
  7.  Aufgabenstellung zur Lernberatung.

 

Kriterien des Anleitungssetting

Nach welchen Kriterien ein Anleitungssetting gewählt wird, sollte die anleitende Person einschätzen können. Eine Rolle spielt dabei der in der Schule behandelte Lernstoff, die Stärken und Schwächen des Auszubildenden, der konkrete Lernbedarf des Auszubildenden, die Situation in der Pflegeeinrichtung, das Bewohnerklientel, der Gesamtaufbau der Anleitungen und der aktuelle Schulkontext (steht z.B. ein Praxisbesuch an etc.)

Um angemessene Settings auszuwählen, die einen Gewinn für den Auszubildenden bringen, müssen Sie Diesen gut im Blick haben und hin und wieder auch nach den schulischen Leistungen fragen bzw. sich informieren wie Klausuren etc. laufen. Dann kann mit der Auswahl des Lernsettings dort angesetzt werden, wo evtl. angesetzt werden muss um den Theorie-Praxistransfer zu gewährleisten. Anleitungssettings können auch kombiniert werden und sind in keiner Weise als starres Gerüst zu verstehen. Im Gegenteil. Sie sollen den Blick eher weiten. Alle die in der Praxisanleitung arbeiten wissen, wie das aktuelle Tagesgeschehen manchmal eingreift in die geplante Anleitungssituation. Hier ist es gut zu wissen, dass es andere Optionen gibt, wenn es aufgrund der aktuellen Gegebenheiten nicht möglich ist eine Anleitungssituation am Bett durchzuführen. Der Auszubildende hat dann trotzdem noch auf andere Art und Weise die Möglichkeit sich auseinanderzusetzen und das gewählte Setting kann dann in der nächsten Anleitungssituation mitverarbeitet werden.

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