Dysphagie 2/3

Dysphagie - Gefährliche oder belastende Situationen

Im ersten Teil haben wir uns die Ursachen und Symptome einer Dysphagie noch einmal bewusst gemacht. Aber ohne ein Umsetzen in die Praxis ist theoretisches Wissen nutzlos. Besonders dann, wenn es nicht an die richtigen Personen gelangt.

 

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Dysphagie – Gefährliche oder belastende Situationen
  2. Beobachtung ist nötig
  3. Erkennen der Dysphagie Symptome

Lesezeit: 3 Minute / 508 Wörter

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Dysphagie – Gefährliche oder belastende Situationen

 

Alle examinierten Fachkräfte haben in ihrer Ausbildung mal etwas über Dysphagie gelernt (auch wenn das eine oder andere sicher schon wieder vergessen ist), aber auch ungelernte Kräfte und anderes Personal haben Kontakt mit Bewohnern im Bereich „Essen und Trinken“ und hier entstehen häufig gefährliche oder belastende Situationen.

Als ich das letzte Mal auf einem Wohnbereich einer großen Senioreneinrichtung war, war ich dreimal in Folge Zeugin davon, wie eine Bewohnerin fast erstickt wäre, aufgrund dessen, dass das Personal die Situation falsch eingeschätzt hat bzw. die Bewohnerin nicht ausreichend beobachtet hat bei der Nahrungsaufnahme. Hier waren gleich mehrere Problematiken vorhanden, die hätten erkannt werden müssen. Die Bewohnerin hatte als Grunderkrankung Morbus Parkinson und Demenz, hatte eine schlecht sitzende Prothese, die beim Kauen herunterklappte und schlang ihre Nahrung in schlechter Sitzhaltung in einem hohen Tempo hinunter um den Tagesraum schnell wieder verlassen zu können.

 

Beobachtung ist nötig

Alles das gab einen Hinweis darauf, dass eine besondere Beobachtung (bzw. weitere Maßnahmen, wie z.B. das Neuanpassen der Zahnprothese oder das auswählen eines anderen Sitzplatzes) von Nöten wäre, wurde aber nie weiter beachtet (selbst nach dem ersten Erstickungsanfall nicht).

Alles Personal, welches auf einem Wohnbereich/einer Station arbeitet und mit dem Anreichen von Nahrung und Getränken betraut ist, sollte die Anzeichen einer Dysphagie erkennen können! Das setzt voraus, dass eine Schulung, eine Anleitung oder ähnliches zu diesem Thema stattfinden muss!

 

Erkennen der Dysphagie Symptome

Nicht nur zum Erkennen der Symptome sollte geschult werden, sondern auch zum Anreichen direkt. Explizit: Worauf muss geachtet werden, wenn ich einem Patienten/Bewohner mit einer Dysphagie essen anreiche?

 

Hier einmal eine Auswahl:   

  • Der Bewohner/Patient sollte niemals essen, wenn er sich müde fühlt, sondern nur wenn er vollständig wach ist!
  • Keine Ablenkung während des Essens zulassen, z.B. durch eine Unterhaltung oder Fernsehen. Der Patient/ Bewohner muss sich aufs Essen konzentrieren.
  • Essen im Sitzen! Wenn irgend möglich auch außerhalb des Bettes! Benutzen Sie einen Stuhl mit einer niedrigen Rückenlehne, damit sich der Patient/ Bewohner nach vorne beugen kann und sich sein Kinn in Richtung Brustkorb senken kann.
  •  Der Hals sollte während des Schluckens nicht nach hinten gestreckt werden.
  • Der Patient sollte keine neue Nahrung in den Mund nehmen, bevor er die vorherige nicht vollständig geschluckt hat.
  • Empfehlen Sie dem Patienten, während des Essens nicht zu sprechen, hierbei kann es leicht zum Verschlucken kommen.
  • Klebrige und faserige Speisen sollten gemieden werden
  • Obst und Gemüse mit Samen oder Kernen, die nicht entfernt werden können (Erdbeeren oder Kiwi)
  • Keine verschiedenen Konsistenzen in einem Gericht
  • In den Links, den Sie unten anklicken können, finden Sie zwei Broschüren zum Thema Dysphagie. Sie ist sind sehr übersichtlich und interessant gestaltet und können auch als Hilfe auf dem Wohnbereich dienen. Dort finden Sie noch viele weitere Hinweise zum Essen und Trinken anreichen.

 

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