Dysphagie 3/3

Thema Dysphagie - Worauf sollte man bei Bewohnern mit Schluckstörungen achten?

In den letzten zwei Beiträgen ging es darum eine Dysphagie zu erkennen und dann Maßnahmen zu ergreifen, um die Gefahren zu minimieren und nicht letztendlich, sondern ganz gezielt, dem Menschen ein angenehmes Erleben von Essen und Trinken zu ermöglichen.

 

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Thema Dysphagie – Worauf sollte man bei Bewohnern mit Schluckstörungen achten?
  2. Hohe Priorität in der täglichen pflegerischen Arbeit
  3. Gestörten Funktionen wiederherstellen
  4. Folgen einer Dysphagie
  5. Fazit

Lesezeit: 3 Minute / 626 Wörter

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Thema Dysphagie – Worauf sollte man bei Bewohnern mit Schluckstörungen achten?

Worauf sollte man denn generell achten, bei Bewohnern mit Schluckstörungen? Alle an der Nahrungsaufnahme beteiligten Mitarbeiter (und auch die, die nach den Nahrungssituationen mit den Bewohnern zu tun haben), sollten für Symptome und Gefahren sensibilisiert sein und Maßnahmen kennen, die ergriffen werden müssen. Das Thema Mundpflege z.B. ist unausweichlich verbunden mit der Thematik der Dysphagie. Speisereste müssen aus Mund und Zahnzwischenräumen entfernt werden (sowohl als Soor-und Parotitisprophylaxe, als auch als Aspirationsprophylaxe), der Bewohner sollte noch eine Zeit lang in aufrechter Position verbringen (oder entsprechend seitlich gelagert), um eine Verschlucken im Nachhinein und eine stille Aspiration zu vermeiden.

Auch die Hauswirtschafts-und Küchenmitarbeiter, so wie Schüler und Praktikanten, sollten eine Schulung zu der Thematik mitgemacht haben. Welche Speisen sollten nicht zusammen gemischt werden? Worauf muss ich beim Getränk andicken achten etc.

Bewohnern mit einer Dysphagie die sehr starken Beeinträchtigungen haben, sollten nur und ausschließlich von einer Fachkraft Essen/Trinken gereicht bekommen, es sei denn eine andere Kraft wurde ausdrücklich und explizit angeleitet und ist mit allen Besonderheiten betraut.

In Zusammenarbeit mit Logopäden, gibt es viele Möglichkeiten des Schlucktrainings. Lassen Sie sich Dinge zeigen und fragen Sie nach.

 

Hohe Priorität in der täglichen pflegerischen Arbeit

Wer schon einmal gesehen hat, wie ein Mensch erstickt oder fast erstickt, wird erst recht verstehen können, welch hohe Bedeutung und Priorität diese Thematik in der täglichen pflegerischen Arbeit hat.

Essen reichen an sich ist ja eine Tätigkeit, welche in der Pflege auch in Anbetracht der Personalsituation häufig delegiert wird an Auszubildende, Praktikanten, Hilfskräfte usw. Umso wichtiger ist es, diese Thematik für alle zu schulen, die diese Maßnahme durchführen und dann die Bewohner wo explizite Gefahren bestehen nur von Fachpersonal oder spezifisch angeleitetem Personal versorgen zu lassen.

 

Gestörten Funktionen wiederherstellen

Logopäden führen Stimulations-Bewegungs, und Schluckübungen durch, die die gestörten Funktionen weitestgehend wiederherstellen sollen bzw. in kleinen Schritten Verbesserungen hervorrufen können. Kopfhebeübungen, die im Liegen durchgeführt werden, können die Muskulatur oberhalb des Kehlkopfes kräftigen und die Öffnung der oberen Speiseröhrenmuskulatur verbessern. In der Schlucktherapie lernen die Betroffenen, ihre Körper- und Kopfhaltung zu verändern. Wird der Kopf beim Schlucken z.B. nach vorne geneigt, kann das Risiko, die Nahrung einzuatmen, deutlich gesenkt werden. Spezielle Schluckschutztechniken vermindern das Risiko, dass der Patient Nahrung und Flüssigkeiten einatmet.

Es gibt kausale, kompensatorische und adaptive Verfahren der Schlucktherapie. Auch medikamentöse Therapien zur Minderung der Primärerkrankung kann begleitend durchgeführt werden.

 

Folgen einer Dysphagie

Folgen einer Dysphagie sind ein erhöhtes Risiko von Aspiration und Aspirationspneumonie, gesteigertes Infektionsrisiko, erhöhte Mortalität, längere Krankenhausverweildauer und längere Rekonvaleszenz.

Dysphagie wird zur Erleichterung einer optimalen Ernährung in verschiedene Schweregradstufen eingeteilt.

Stufe 1:  Schwere Dysphagie mit hohem Aspirationsrisiko (Sondenernährung, keine orale Ernährung, Schlucktraining wenn möglich beginnen.)

Stufe 2:  Mäßige Dysphagie, mit Aspirationsrisiko (Amylaseresistente Konsistenzadaptierung, geringe Mengen pürierte Kost, Flüssigkeiten andicken, zusätzliche Sondennahrung)

Stufe 3:  Leichte Dysphagie mit niedrigem Aspirationsrisiko (Amylaseresistente Konsistenzadaptierung sicherstellen, pürierte oder weiche Kost, Flüssigkeiten Schluckweise)

Stufe 4:  Keine oder leichte Dysphagie mit minimalem Aspirationsrisiko (normale Kost, Flüssigkeit ohne Einschränkung, initial unter Aufsicht speziell geschulten Personals.

 

Fazit

Soweit bis hierher einige Aspekte und Eckdaten der Dysphagie. Es ist empfehlenswert sich als Pflegefachkraft vielleicht einmal in einer Kurzschulung Tipps und tieferes Detailwissen hierzu anzueignen. Wir haben mit dieser kleinen Blogreihe, tatsächlich nur einen Bruchteil aller Aspekte kurz beleuchtete.

Wenn Interesse an einem Video oder Webinar zu dieser Thematik besteht, bitte bei Facebook, ein Like unter den die Verlinkung setzen oder eine kurze Nachricht über den Messenger.

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