Herausforderung „Homeoffice mit Kindern“

Für mich ist es bereits das vierte Jahr im Homeoffice mit Kleinkind,/Kind  deshalb dachte ich, mit dieser Expertise bietet es sich an, einige Überlegungen zu dieser momentan sehr aktuellen und viel diskutierten Thematik anzustellen. Ich habe in letzter Zeit viel dazu gelesen und viele Tipps von Müttern/Vätern, auch Arbeitgebern dazu recherchiert. Allerdings denke ich, dass es natürlich einen Unterschied darstellt, sich dies als „Normalsituation“ einzurichten, oder aber im Notfall agieren zu müssen.

Auch bei mir ist es keine komplette „Normalsituation“ gerade, das Schulkind ist eben normalerweise morgens natürlich in der Schule.

Normal ist ja aber derzeit und die letzten Wochen gar nichts.

Deshalb ist nun die Herausforderung noch einmal größer, denn ein Schulkind zuhause, dass Hausaufgaben machen muss, sich beschäftigen möchte, bis vor einigen Tagen keine Kontakte, kein Sozialleben, keinen Sport etc. hatte, ist natürlich nochmal ein zusätzlicher Faktor, neben Haushalt, Alltag, dem Kleinkind und 6-8 Stunden Arbeit und im besten Falle bleibt natürlich Zeit für sich selbst, seine persönliche Weiterentwicklung, Hobbys, Sport und vielleicht auch bald wieder für ein Sozialleben.

Ich wurde schon vor dieser Zeit häufig gefragt, wie ich das eigentlich mache, mein Arbeitspensum erledigen, mit einem Kleinkind, (bald zwei Jahre) dass noch nicht in den Kindergarten geht und noch ein ausgefülltes und entspanntes Leben dabei zu führen.

Ich würde sagen, die Antwort darauf muss etwas differenzierter betrachtet werden. (Gerade in diesem Moment, weint das Kleinkind, weil es sein Puzzle nicht alleine machen kann und Hilfe einfordert).

Ich habe in den letzten Wochen, häufiger mal gelesen, dass viele Frauen sich benachteiligt fühlen bzw. auch Studien dazu gelesen, zu der Mehrfachbelastung in der es nicht möglich ist, sich auf eine Sache wirklich zu konzentrieren (gerade für die Frauen, die eben häufig dann den Part mit Homeoffice und Kinderbetreuung übernommen haben).

Ich habe mich für diese Art des Arbeitens gerade wegen der Familie entschieden. Ich wollte eine Arbeit, die mich ausfüllt und für meine Familie da sein. Nun habe ich quasi durch Corona die Chance gehabt, das Ganze noch einmal anders zu reflektieren und das auch in gewisser Hinsicht vergleichbar zu machen. Sowohl für diejenigen, die sagen, es ist gar nicht möglich so zu arbeiten, als auch für die, die bisher vielleicht dachten, es ist eine Art „Ausruhen“ (ich sage Ihnen, dass ist es gewiss nicht, und das zeigt sich jetzt noch einmal sehr deutlich).

Die Wahrheit liegt wie bei vielen Dingen, sicher irgendwo dazwischen und es ist von vielen Faktoren abhängig, wie man das Arbeiten im Homeoffice erlebt und gestalten kann. Von der persönlichen Aufgabe die die eigene Arbeit umfasst, von Unterstützungsmöglichkeiten, den räumlichen Gegebenheiten, der Flexibilität des Arbeitgebers, der eigenen Struktur zu Hause, der Persönlichkeit der Kinder und einigem Anderen mehr.

Außerdem muss man sicher berücksichtigen, dass einfach nicht jeder Mensch „dafür gemacht“ ist, sich selbst zu organisieren und Arbeit dann nicht mit Freizeit zu verwechseln, Aufgaben nicht auf die lange Bank zu schieben und dann in Stress zu geraten. Sowie einige Menschen für sich nach mehrmaligen Studienanläufen beschließen, dass die Struktur einer Ausbildung eher für sie gemacht ist, da die Arbeitsportionen eben von außen beschlossen sind und nicht selbst eingeteilt werden müssen/können, so merken eben jetzt (neben der Mehrfachbelastung) auch viele Menschen, dass die Struktur Zuhause zu schaffen, eben nicht ihnen entspricht. Ebenso gibt es natürlich Andere, die jetzt für sich entdecken, dass sie diese Art des Arbeitens ausfüllt und ihnen die Balance ermöglicht die sie benötigen um zufrieden zu arbeiten und zu leben.

Wo aber liegt nun das „Geheimnis“, dass es klappen kann? Und bevor jetzt Stimmen laut werden, dass das nur geht, wenn man Vater, Oma, Opa und weitere Personen bei sich hat, mindestens ein Aupairmädchen bei sich beschäftigt und überdurchschnittlich viel Geld hat, dann kann ich nur sagen, dies trifft alles nicht zu und trotzdem kann ich behaupten ich habe ein ausgeglichenes Arbeits- und Lebensumfeld, schaffe meine Aufgaben und habe auch Zeit für meine Kinder und mein soziales Umfeld.

Nicht alle Tage sind gleich und auch hier gibt es mal ein schreiendes Kleinkind, ein unzufriedenes Schulkind und entnervte Momente in denen ich mich kurz vor einem Webinar frage, warum bloß das Kleinkind nicht schläft, obwohl wir es seit Stunden mit allen verfügbaren Ressourcen versuchen. Es soll nicht der Eindruck entstehen, alles geht immer gleich gut oder schlecht.

Aber: Es gibt einige Dinge, die immer gleich berücksichtigt werden, um für alle Beteiligten eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der eben gearbeitet, gespielt und gelebt werden kann.

Ich habe dazu einen kleinen Podcast gemacht, in dem ich die wichtigsten Aspekte für ein effektives und weitgehend entspanntes Arbeiten im Homeoffice zusammengefasst habe.

Viel Freude damit

Bleiben Sie gesund

Ihre Lisa Ruchnewitz

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