Kommunikation in der Leitungsebene

Während der mehrfachen Schulung des neuen Expertenstandards „Beziehungsgestaltung bei Menschen mit Demenz“ und auch im Umgang und im Gespräch mit Leitungskräften in der Pflege sind mir jetzt mehrfach Dinge begegnet, die mich erstaunt haben und mich dazu bewogen haben, diesen Blogartikel zu schreiben.

Sicher werden mir alle zustimmen, dass der altbekannte, wenn auch nicht sehr elegante Satz „der Fisch stinkt vom Kopf zuerst“, einiges an Wahrheit beinhaltet. Was heißt das genau in Bezug auf Kommunikationsverhalten in Einrichtungen?

Wenn die Kommunikation von der Leitungsebene, nicht wertschätzend ist, unfreundlich, von oben herab und unprofessionell ist, dann kommt eine Einrichtung in Bezug auf Themen wie Beratung, Person-zentrierte Haltung (wie im Expertenstandard gefordert) oder auch auf Einarbeitungskonzepte, Pflegevisiten…ja eigentlich in Bezug auf alle Themen, schnell an ihre Grenzen.

Leitungskräfte haben in ihrer Weiterbildung viel Kommunikation. Themen wie Kommunikationsmodelle, Beratung, Konfliktgespräche, Mitarbeitergespräche etc. pp

Warum erleben wir aber in so vielen Einrichtungen das Gegenteil, dass eben nicht „gut“ kommuniziert wird, dass die Strukturen eingefahren sind und die Mitarbeiter die Dinge nicht leben, weil es eben nicht vorgelebt wird, was Transparenz, Wertschätzung, person-zentrierung bedeuten?

Die Gesellschaft, die Führungskräfte selbst, die Dozenten usw. sind sehr schnell dabei zu sagen, „die Pflegekräfte verhalten sich so und so…die Pflegekräfte machen das und das nicht, die Pflegekräfte müssen, sollten, könnten…“

Dazu kann ich nach eigenem Arbeiten in den verschiedenen Positionen in der Pflege, nach Kontakt zu vielen Pflege- und Leitungskräften, in meiner Funktion als Lehrende und als Mensch nur sagen: Ohne Selbstreflexion meines eigenen Verhaltens und dem Willen mich weiterzuentwickeln als Persönlichkeit nützt die beste Technik nichts!

Die Techniken sind immer nur so gut wie die Person, die sie anwendet und ohne eine positive, zugewandte Art der Führungskraft, die sich persönlich weiterentwickeln möchte und auf ihre Art zu kommunizieret, sind einige Maßnahmen die in einer Einrichtung umgesetzt werden sollen, zum Scheitern verurteilt.

Diese Tatsache entbindet nicht alle Anderen von ihrer Eigenverantwortung diesen Dingen gegenüber, aber es sei zu Bedenken gegeben, dass das Prinzip der Spiegelneuronen dazu beiträgt, dass sich Dinge manifestieren, die wir häufig beobachten und erleben bzw. vorgelebt bekommen.

Wenn wir eine Person-zentrierte Haltung leben sollen als Mitarbeiter und dieses aber in keiner Art und Weise bei der Führungskraft erkennen, hat dies im Zweifelsfall schon einen Einfluss auf die Art und Weise der Haltung des Teams. Selbst wenn einzelne Personen reflektiert ihre Haltung leben ist dies dann eine Herausforderung.

Liebe Leitungskräfte, ich weiß ihr habt einen schwierigen Job, gerade in unserer Zeit und überhaupt schon immer im Pflegebereich, ich weiß dies aus eigener Erfahrung, als Pflegedienstleitung, als Einrichtungsleitung und aus jeglicher Leitungsposition, aber es sind nicht immer nur die Anderen, die reflektieren und umsetzen müssen, in erster Linie geht es darum sich als Leitungskraft mit sich auseinandergesetzt zu haben, zu wissen, wie man leiten möchte, was einen als Führungskraft ausmacht, was Kongruenz ist und was man genau unter Transparenz versteht.

Das was man von seinen Mitarbeitern erwartet sollte man selber auch umsetzen. Wenn ich mit Leitungskräften spreche und diese nicht wissen was ihre Werte sind und welches der eigene Führungsstil, dann frage ich mich wie genau ihre Mitarbeiter dann eine Haltung leben sollen, wie sie in den Expertenstandards gefordert ist.

Es gibt natürliche viele Faktoren, die in eine funktionierende Einrichtung ausmachen und sicher wäre es zu eindimensional gedacht, würde man lediglich die Führungsperson im Fokus haben, aber es ist ein wichtiger Aspekt, der es wert ist, mal wieder betrachtet zu werden.

Eine schöne Woche und bis zum nächsten Blogbeitrag

Ihre Lisa Ruchnewitz

 

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