Kreative Praxisanleitung

Heute gibt es mal wieder einen Blogbeitrag zum Thema Praxisanleitung.

In naher Zukunft startet der Refreshkurs der Praxisanleiter und auch in Rückblick auf die Prüfungen, die in letzter Zeit stattfanden, ist mir aufgefallen, dass ein Thema sehr häufig zur Sprache kam. Das „WIE“ der Anleitung. Keine Zeit, ist ein häufiger Ausspruch, schwierige Strukturen oder auch zu viele Schüler, zu wenig Praxisanleitungen.

Zugegebener Maßen erfordert eine gute Praxisanleitung eine gute Struktur und sowohl Fachwissen als auch pädagogisches Wissen, aber auch Flexibilität, Reflexionsfähigkeit und Kreativität sowie ein nicht unerhebliches Maß an Improvisationstalent.

Was meine ich mit Kreativität? Kann etwa jeder machen wie er möchte? So ganz sicher nicht. Wir haben den Kompetenzerwerb der Schüler im Blick und ihren Wissenstand, ihre Vorerfahrungen. Es ist aber wichtig, nicht an alten Ideen von Praxisanleitung zu kleben. Es gibt Dinge und Methoden, die funktionieren und die funktionieren auch weiter und sind eine gute Möglichkeit, Erfahrungen weiterzugeben. Es gibt aber auch Methoden, die erfordern eine gewisse Anpassung an die derzeitige Situation, an die neue Pflegeausbildung und an Ihre Persönlichkeit als Praxisanleitung und die Persönlichkeit Ihres Schülers. Es gibt so viele unterschiedliche Lernsettings- also Situationen in denen Praxisanleitung stattfinden kann-, dass es nicht immer die Situation der direkten Anleitung am Patienten/Bewohner sein muss. Natürlich kostet diese Methode Zeit und ist für viele Pflegehandlungen auch angebracht, aber wenn das unsere einzige Möglichkeit er Anleitung wäre und dann der Aspekt Zeit/ Viele Schüler oder Ähnliches als Argument hinzugezogen wird, dann wäre Anleitung in einigen Einrichtungen wirklich kaum zu bewerkstelligen.

Gerade wenn wir uns schon in höheren Lerndimensionen mit einem Schüler befinden (Reflektierend, oder auch aktiv-ethisch), dann ist es sehr gut möglich „kreativ zu werden“ und einmal zu überlegen „was mit dem Schüler geht“. Kann ich ihn etwas vorbereiten lassen, kann ich ihn etwas nachbereiten lassen, habe ich ein Arbeitsblatt für ihn, eine Aufgabe, die danach besprochen wird, gibt es eine Erfahrung, von der ich möchte, dass er sie für einen Lerneffekt machen soll, gibt es die Möglichkeit, dass evtl. zwei Schüler aus verschiedenen Ausbildungsjahren miteinander lernen und anschließend gemeinsam reflektieren oder dadurch eine Lernaufgabe entwickeln?

Eine gute Dokumentation der Anleitung ist immer wichtig, um sie nachvollziehbar zu machen und die Möglichkeit zu schaffen auf Vorwissen aufzubauen und die Verknüpfung zur schulischen Ausbildung nicht zu verlieren bzw. zu gewährleisten.

Hierfür gibt es Checkliste zur kompetenzorientierten Praxisanleitung (siehe unser Downloadbereich). Eines davon werden wir uns im nächsten Artikel nochmal näher anschauen.

Viel Freude, eine gute Zeit und bleiben Sie gesund

Ihre Lisa Ruchnewitz

 

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