Lernen – Wie geht’s am Besten und was ist eigentlich POL?

Lernen - Wie geht’s am Besten und was ist eigentlich POL

Was überlegen Sie (häufig neben dem Kostenfaktor) als Erstes wenn es darum geht, sich für eine Weiterbildung zu entscheiden? Welche Gedanken gehen in Ihrem Kopf vor? Welche Überlegungen stellen Sie an?

Sicher auch die Überlegung, ob Sie es zeitlich in Ihren Alltag integriert bekommen, was der eigentliche Gewinn für Sie ist, was Sie damit konkret machen können, wie der Anspruch ist, ob Sie viel lernen müssen, und ob das Gelernte dann eigentlich auch zur Anwendung kommt oder bloße Theorie ist?

Mir persönlich geht es so, dass ich Anwendungs- und handlungsorientiertes Lernen bevorzuge, denn wenn ich Zeit und Energie investiere, dann doch aus einem bestimmten Grund. Entweder weil das Thema mich interessiert, weil ich im Anschluss, damit etwas aktiv machen möchte, weil ich Wissen zu etwas benötige für meine jetzige Arbeit usw.

Schon in meiner Arbeit als Pflegepädagogin war ich nie eine Freundin des ausschließlich regelgeleiteten Lernens, d.h. sich Wissen „nur“ anzueignen, ohne Anwendungsbezug und dieses Wissen dann auch so abzufragen, dass der Lernende „nur“ auswendiggelerntes wiedergeben muss. Diese Stufe des Lernens kann immer nur die erste Stufe sein. Natürlich muss ich wenn ich Schülern die Anatomie des Bewegungsapparates lehre, abprüfen ob und in wieweit sie daran sicher sind, um eben den nächsten Schritt gehen zu können. Es folgen aber natürlich ein situativer Bezug (wie stellen sich bestimmte Bewegungseinschränkungen praktisch dar), ein reflektierender Bezug (wie fühlt sich ein Patient mit Bewegungseinschränkung xy) und ein aktiv-ethisches Handeln (wie gehe ich mit einem Patienten in dieser Situation um).

Dafür benötigen wir Klafkis „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“, dass sich aus „Verstehen/erklären können, empfinden/nachfühlen und Tun/Durchführen zusammensetzt.

In unserer Praxisanleiter Refresh Weiterbildung, soll genau dies berücksichtigt werden und wir bedienen uns dafür einer Methode die sich Problemorientiertes Lernen nennt (kurz POL).

 

Warum ist diese Methode so interessant sowohl für Schule als auch für Weiterbildung?

Weil sie genau dieses eben genannte bedient! Im POL bearbeiten Sie Praxisprobleme/ Herausforderungen so, dass Sie im Nachgang Lösungen haben, die konkret umgesetzt werden können. ES geht nicht darum, losgelöst von der Anwendung theoretische Konstrukte anzuschauen, sondern im Praxisbezug Lösungen zu entwickeln.

„Problemorientiertes Lernen (PoL) ist eine pädagogische Strategie zur Bereitstellung von relevanten, kontext-bezogenen und lebensechten Situationen sowie von Ressourcen, Begleitung und Anleitung für die Lernenden, bei der sie Wissenszusammenhänge und Problemlösungsfähigkeiten entwickeln“ (Quelle: https://dbs-lin.ruhr-uni-bochum.de/lehreladen/lehrformate-methoden/problemorientiertes-lernen/aktivierung-von-studierenden-durch-problemorientiertes-lernen/ Zugriff 04-04.2020 10:44 Uhr)

 

„Die Merkmale vom POL sind hierbei:

Hier lassen sich drei grundsätzliche Merkmale nennen:

  • Orientierung an komplexen Problemstellungen
  • Studierendenzentrierung durch selbstgesteuertes Lernen in Kleingruppen
  • Betreuung durch Lernbegleiter

Ausgangspunkt aller Lernaktivitäten ist die Vergabe oder Auswahl einer umfangreichen Problemaufgabe, die aufgrund ihrer Komplexität nur unter Zuhilfenahme des Vorwissens anderer Studierender innerhalb der vorgegebenen Zeit gelöst werden kann. Sie ist der Stimulus für alle weiteren Aktivitäten, weshalb ihrer Formulierung eine besondere Bedeutung zukommt. Indem das Problem zeitlich vor die Vermittlung von dazu gehörigen Inhalten gestellt wird, entsteht ein besonders starkes Interesse am Erlernen neuer Zusammenhänge.

Die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen erfolgt gemeinsam in der Gruppe, wobei jedem Mitglied spezifische Aufgaben und Rollen übertragen werden. Die lehrende Person fungiert hierbei lediglich als Lernbegleiter/in oder Supervisor/in; sie stellt lediglich Lernressourcen bereit und übernimmt nur in Ausnahmefällen oder sehr begrenzt die Vermittlung von Inhalten.“(Quelle ebda.)

Es gilt also zusammenzuarbeiten, kreativ zu werden, Lösungsorientiert zu schauen und zu einer praktischen Lösung im Endergebnis zu kommen.

Also bietet sich diese Methode an, wenn es wie z.B im Praxisanleiter Refresh darum geht, sich auszutauschen, Erfahrungswerte zu vertiefen, auf neue Lösungen zu kommen und eine Lernbegleitung zu stellen, die Prozesse begleitet und verstehend unterstützt.

In diesem Sinne: Viel Freude beim Lernen.

Bleiben Sie gesund

Ihre Lisa Ruchnewitz

 

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