Lernkultur in Pflegeeinrichtungen proaktiv gestalten

Lernkultur in Pflegeeinrichtungen proaktiv gestalten

Zu Beginn müssen wir diese zwei Begrifflichkeiten „Lernen“ und „Kultur“ einmal definieren um zu verstehen, worüber wir eigentlich sprechen. Wir sehen Lernen als durch Emotionen, Ziele, Motive und Werte bestimmte Tätigkeit und Kultur als der vom Menschen gemachte Teil unserer Umwelt, der objektive und subjektive Bestandteile hat, die in charakteristischen Mustern zu Tage treten. Lernkultur ist demnach die Synthese (Vereinigung) zwischen Lernen und Kultur.

Was heißt das nun für den Alltag in Pflegeeinrichtungen in Bezug auf das Gestalten von Lernen in der Praxis? Die Lernkultur ist die Umgebung in allen Facetten, in der wir Lernen gestalten. Zu dieser gehören die Strukturen der Einrichtung ebenso wie der Ton auf der Station oder dem Wohnbereich, die Materialien, der Lernort, die Anleitung an sich, ebenso wie die Einstellung der Einrichtung zu Auszubildenden und die Zeit, die sich genommen wird, um Ausbildung gelingen zu lassen.

Wenn wir nun etwas daran gestalten wollen, weil es notwendig ist Lernkultur zu verändern, um erfolgreich auszubilden (erfolgreich für den Betrieb und erfolgreich für den Auszubildenden) dann ist es notwendig, sich einen Überblick über den Ist- Zustand und die verschiedenen Variablen zu verschaffen.

Das kann man zum Beispiel mit Hilfe einer Liste machen, in der man sich die einzelnen Variablen einmal anschaut (siehe unten).

Anhand dessen (wenn man hier ehrlich ist), kann man die Aspekte herauskristallisieren, die einer positiven Lernkultur noch im Wege stehen bzw. blockierend wirken. Je nachdem in welchen Bereichen ein Minuszeichen ist, kann man gemeinsam schauen, welche Faktoren sind veränderbar und wie (Maßnahmen und Verantwortlichkeiten planen und festlegen).

Wenn man Ressourcenorientiert schauen möchte, kann man in der Checkliste auch mit Farben arbeiten und die „Plusfaktoren“ grün kennzeichnen und hat damit auch einen guten Überblick, was in der Ausbildung schon positiv läuft. Die Minusfaktoren kann man dann rot kennzeichnen und kann daraus dann gemeinsam einen Maßnahmenplan entwickeln bzw. ggf. in Kommunikation gehen, mit den Bereichen, wo noch etwas benötigt wird.

Proaktiv bedeutet in diesem Kontext, sich zu interessieren und in seiner beruflichen Rolle (gerade als Leitungskraft und/oder als Praxisanleiter) zu fragen, was Lernen in der Einrichtung gelingen lässt.

Wir werden in Kürze in unserem Podcast noch einmal näher auf dieses Thema eingehen und uns hierfür einzelne Faktoren anschauen, die dazu beitragen, die Lernkultur zu verbessern.

Viel Freude mit der Checkliste und bis zum nächsten Beitrag!

Ihre Lisa Ruchnewitz

 

Lernkultur in unserer Einrichtung „Check“ zum Ist- Zustand

Variablen/Einflussfaktoren +++ ++ + Bemerkungen

Begründungen

Vorschläge

Einstellung gegenüber den Auszubildenen /Haltung der Einrichtung
Ausbildungskonzept vorhanden und allen an der Anleitung beteiligten bekannt
Motivation/Einsatz des Auszubildenden selbst
Lerntyp und Stärken des Auszubildenden werden mit einbezogen
Motivation/Einsatz der Anleitung
Verknüpfung Theorie/Praxis
Gestaltung der Lernortkooperation/Zusammenarbeit mit anderen an der Ausbildung beteiligten Personen
Transparenz in der Kommunikationsstruktur (kennen von Ansprechpartnern, Kommunikationswegen)
Regelmäßigkeit der Anleitung
Anleitungszeit effektiv (Zeitfaktor)
Verständnis auf dem WB/Station
Materialien,

Lernsituationen,

Anleitungschecklisten

Stimmung im Team
Tonfall auf dem Wohnbereich/Freundlichkeit
Kommunikationsstruktur

 

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