Mangelernährung – Ein wichtiges Thema in Pflegeheimen

In mitten der vielen wichtigen aktuellen Themen, wie den neuen QPR, der neuen Pflegeausbildung, des neuen Expertenstandards usw. hier einmal ein Thema, was nicht neu, dafür aber immer aktuell ist.

 

 

Der Aspekt des „Ambientes beim Essen“ im Kontext von Gesundheit und Lebensqualität von Pflegeheimbewohnern

 

Mangelernährung ist in vielen Pflegeheimen und überhaupt in der Pflege ein Thema. Die täglichen Mahlzeiten, sind für viele Pflegeheimbewohner der Höhepunkt des Tages und wie wir alle selber oft nur zu gut wissen, trägt das Einnehmen einer Mahlzeit in einem schönen Ambiente oder einer gemütlichen Atmosphäre stark zu unserer Lebensqualität bei. Dazu gehört sowohl das Angebot der Speisen an sich als auch die Gestaltung der Umgebung. Studien zum Einfluss der Essensumgebung auf den Ernährungsstatus von Bewohnern, konnten positive Effekte auf die Energie und Nährstoffaufnahme sowie das Risiko für Mangelernährung nachweisen.

Das sollte uns allen zu denken geben, die wir es häufig eben als gegeben hinnehmen, wie der Speisesaal und überhaupt die Umgebung gestaltet ist. Umgebungsgestaltung ist damit eine wichtige Säule neben den ernährungsbezogenen Maßnahmen zur Prävention und Therapie von Mangelernährung.

 

Eine angenehmen Essatmosphäre schaffen

Auch im DGE Qualitätsstandard für die Verpflegung in stationären Pflegeeinrichtungen wird die Bedeutung einer angenehmen Essatmosphäre mit thematisiert. Darin gibt es Kriterien, die dabei helfen sollen eine förderliche Umgebung zu schaffen. Unter anderem finden sich darin Hinweise zur Gestaltung des Speiseraumes und zur Tischgestaltung. Was für uns persönlich häufig eine Selbstverständlichkeit darstellt, wie z.B. das unser Platz vollständig gedeckt und sauber ist und der Raum einladend, ruhig und angenehm beleuchtet, sprich die Umgebung die wir uns schaffen um zu Essen, dabei ggf. gute Gespräche zu führen oder unsere Ruhe zu genießen, ist immer noch nicht überall in den Pflegeeinrichtungen eine Selbstverständlichkeit.

 

Essenzeiten

Auch die Essenszeit spielt eine wichtige Rolle, wenn wir uns einmal einen Pflegeheimrhythmus anschauen (Tagesablauf) und die Menschen, die in diesem Rhythmus irgendwie mitgehen müssen, aber jeder ja auch einen ganz eigenen persönlichen Rhythmus hat, dann spielt es durchaus eine Rolle, die Möglichkeiten anzupassen, so dass z.B. ein Frühaufsteher die Möglichkeit bekommt schon früh morgens einen Kaffee zu trinken und ein Langschläfer trotzdem noch gemütlich frühstücken kann. Auch Spät und Nachtmahlzeiten sollten mitberücksichtigt werden.

 

Den Fokus neu ausrichten

Vieles findet mittlerweile sicher schon statt und entwickelt sich auch stetig weiter. Im täglichen Arbeiten und den Routinen, die sich dabei ganz natürlich einstellen, werden aber die einfachsten Dinge manchmal eben nicht mehr wahrgenommen und gesehen, und so ist es manchmal wichtig den Fokus mal kurz auf etwas zu lenken, um wieder bewusster zu schauen „wie sieht es denn eigentlich in unserer Einrichtung damit aus“?!

Wenn wir uns fragen, wie wir Essen möchten, insbesondere dann, wenn es uns vielleicht auch mal nicht so gut geht und worauf wir generell wertlegen, dann haben wir schon viele Fragen beantwortet und am Ende ist klar, die Umgebung in der wir Essen, soll Vertrautheit und Wohlbefinden fördern, in diese Richtung müssen sich die Maßnahmen bewegen.

In diesem Sinne, einen guten Appetit bei der nächsten Mahlzeit und bis bald

Ihre Lisa Ruchnewitz

 

Lisa Ruchnewitz

Autor: Lisa Ruchnewitz

Lisa Ruchnewitz, exam. Altenpflegerin, Pflegedienstleitung (Leitende Pflegefachkraft), ICW Wundexpertin, Diplom Pflegepädagogin, Entspannungspädagogin, med. Fußpflege in Ausbildung. In meiner Pflegelaufbahn die seit ca. 20 Jahren andauert, habe ich in vielen verschiedenen Bereichen in unterschiedlichen Funktionen gearbeitet. Ich kenne die Pflege aus der Perspektive einer Auszubildenden über die Arbeit als Leitungskraft für eine Tagespflege und eine stationäre Pflegeeinrichtung, bis hin zur Lehrerin für Pflege und Dozentin in der Fort-und Weiterbildung. In meinen unterschiedlichen Fachfortbildungen habe ich zusätzliches Wissen erworben um auch im Unterricht nah an der Basis bleiben zu können. Auch jetzt habe ich den Kontakt zu Dieser nicht verloren und mache kleine Ausflüge in die ambulante Pflege hin und wieder.   Fachthemen die mir immer wieder besonders am Herzen liegen, sind z.B. die Basale Stimulation, Schmerz, Wunden, Psychohygiene für Pflegefachkräfte, Berufspolitisches und alles im Bereich Ethik in der Pflege.   Ich nehme in den Blogbeiträgen, aktuelle Pflegethemen auf und beleuchte aber auch Themen, die gerne „vergessen“ werden. Es ist mir wichtig, verschieden Perspektiven darzustellen und mich ab und an auch einmal kritisch über die Pflege zu äußern, denn Wachstum ist nur möglich, wenn man die Dinge hinterfragt und Willens ist sich weiterzuentwickeln.   Ich freue mich immer über Anregungen und würde mich freuen immer mal wieder mit Ihnen in den Austausch zu gehen.

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