Motivierte Mitarbeiter in der Pflege

Motivierte Mitarbeiter in der Pflege

Motivation – ein wichtiges und vielfältiges Thema. Wie fühlen Sie sich am Ende eines Arbeitstages, an dem Sie motiviert ihrer Arbeit nachgegangen sind und wie fühlen Sie sich nach einem Tag, an dem Ihnen aus irgendeinem Grund die Motivation gefehlt hat? Welche Erfahrungen haben Sie an den jeweiligen Tagen gemacht?

Inhaltsverzeichnis:

  1. Die drei wichtigen Botenstoffe für motiviertes Arbeiten
  2. Positiver Einfluss von motiviertem Pflegepersonal
  3. Nachteile von mangelnder Motivation
  4. Demotivation im Hintergrund des Fachkräftemangels
  5. Intrinsisch motivierte Handlungen
  6. Extrinsisch motivierte Handlungen
  7. Motivationsbedingungen

Lesezeit: 8 Minute / 1086 Wörter

Die drei wichtigen Botenstoffe für motiviertes Arbeiten

Die Neurobiologie weiß, dass im menschlichen Gehirn drei Botenstoffe aktiv sind, wenn wir motiviert sind: 1. Dopamin, das „Glückshormon“ – erzeugt ein Gefühl des Wohlbefindens und versetzt den Organismus in einen Zustand von Konzentration und Handlungsbereitschaft. 2. Endogene Opioide – vermindern die Schmerzempfindlichkeit, stärken das Immunsystem und wirken sich positiv auf die Lebensfreude aus.  3. Oxytoxin – das „Bindungshormon“, unterstützt dabei, zwischenmenschliches Vertrauen aufzubauen. Nach meinem Empfinden eine erstrebenswerte Mischung. Da lohnt es sich doch, genauer zu schauen, was es mit der Motivation auf sich hat.

Positiver Einfluss von motiviertem Pflegepersonal

In Bezug auf den Pflegebereich ist es leicht erkennbar ist, dass motiviertes Pflegepersonal einen positiven Einfluss auf die interne Stimmung von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen hat. Das macht einen entscheidenden Unterschied für den reibungslosen organisatorischen Ablauf und damit auch, ob sich Patienten gut aufgehoben fühlen oder nicht. Und für die meisten Mitarbeiter:innen bedeutet es ein großes Stück Lebensqualität, wenn sie ihrer Arbeit motiviert nachgehen können.

Nachteile von mangelnder Motivation

Mangelnde Motivation dagegen kann zu vielen organisatorischen Missständen führen. Da wären vermehrte Krankenstände, Personalengpässe, laufende Änderungen der Dienstpläne, verschobene OPs, hohe Mitarbeiterfluktuation, ständig andere Teamzusammensetzungen und mehr. Derartige betriebliche Unruhe ist sehr anstrengend für Mitarbeiter:innen, denn sie müssen sich immer wieder an veränderte Situationen anpassen. Das wiederum laugt aus und macht unzufrieden. Ein Negativkreislauf, der sich wiederum negativ auf die Motivation auswirkt.

Demotivation im Hintergrund des Fachkräftemangels

Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist das ein riskantes Arbeitsklima. Denn was macht es mit jungen Menschen, die hoch motiviert ihre Ausbildung in der Pflege beginnen und auf diese Weise ihre ersten Arbeitserfahrungen sammeln. Gerald Hüther, Biologe und Hirnforscher, sagt, dass niemand demotiviert und ohne Lust auf eigenes Entdecken und Gestalten auf die Welt kommt. Wenn der Mitarbeiter demotiviert in einem Betrieb ankommt, dann habe man ihm das angetan. Das kann schon in der Schulzeit passiert sein oder in der Ausbildung, indem man aufgehört hat, sich für den Menschen als Subjekt zu interessieren und nur noch pauschal gefordert hat.

Intrinsisch motivierte Handlungen

Die Motivationsforschung ist sich einig darüber, dass die intrinsische Motivation, die Motivation aus der Tätigkeit selbst, die wesentliche und stärkere Antriebskraft des Menschen ist. Intrinsisch motivierte Handlungen macht man nicht für „den Betrieb“, sondern in erster Linie für sich selbst. Man übt die Tätigkeit aus, weil es einem Spaß macht und nicht, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Antrieb dafür entspringt also aus unserem Inneren und stimmt mit unseren persönlichen Wünschen, Überzeugungen und Lebenszielen überein. Das, was wir tun, halten wir für richtig und sinnvoll. Wenn intrinsische Motivation gegeben ist, kann man sich also denken, dass die oben beschriebenen Botenstoffe im Gehirn am Sprudeln sind.

Extrinsisch motivierte Handlungen

Extrinsische Motivation wird dagegen durch äußere Reize und Einflüsse hervorgerufen. Dabei tun wir Dinge nicht aus innerer Überzeugung und Leidenschaft, sondern unser Verhalten wird hauptsächlich durch äußere Faktoren wie finanzielle Anreize, Entwicklungsaussichten, Lob und Anerkennung und Arbeitsbedingungen beeinflusst. Mitarbeiter:innen, die zum Beispiel nur arbeiten, um Geld zu verdienen, kann man als extrinsisch motiviert beschreiben. Ebenso die Motivation, einen Beruf vorrangig aus Prestigegründen zu wählen. Auch die Androhung einer Strafe, zum Beispiel die vermehrte Einteilung in Wochenendschichten, ist eine Anwendung der extrinsischen Motivation.

Motivationsbedingungen

Intrinsische und extrinsische Motivation schließen sich nicht gegenseitig aus. Sie können mit großer Freude ihrer Arbeit nachgehen und diese als sinnvolle Aufgabe empfinden. Gleichzeitig möchten Sie gut dafür aber auch bezahlt werden und Möglichkeiten geboten bekommen, sich weiterzuentwickeln.

Auf Basis der Selbstbestimmungstheorie der Psychologen Deci & Ryan werden 3 Bedingungen genannt, unter denen Menschen mit hoher intrinsischer Motivation arbeiten, diese sind:

  • Purpose: Um motiviert zu arbeiten, müssen Mitarbeiter Sinn, Zweck, Ziel und Grund ihrer Arbeitsbedingungen kennen. Nur so können sie sich die Ziele der Organisation zu eigen machen.
  • Mastery: Mitarbeiter sind leistungsbereiter, wenn sie entsprechend ihrer Neigungen und Kompetenzen eingesetzt werden.
  • Autonomy: Mitarbeiter sind motiviert, wenn sie eigenständig Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen.

Arbeitgeber/Vorgesetzte haben eine Reihe von Möglichkeiten, um die intrinsische Mitarbeitermotivation zu stärken:

1. Lob

Um Mitarbeiter zu motivieren, ist es wichtig, ihnen zu sagen, dass sie eine gute Leistung erbracht haben.

2. Offene und klare Kommunikation

Durch klare Aussagen können Fehler und Missverständnisse vermieden werden.

  1. Verantwortung und Vertrauen

Eigene Projekte, in denen die Mitarbeiter ihr Fachwissen beweisen können, steigern das Selbstwertgefühl.

4. Sinn der Arbeit

Transparenz darüber schaffen, welchen Beitrag ihre Arbeit für die Unternehmensstrategie leistet, stärkt die Sinnhaftigkeit der Arbeit.

5. Führung

Führungskräfte sollte sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein, mit gutem Beispiel vorangehen und selbst eine motivierte Haltung zeigen.

6. Fehlerkultur

Sind Fehler erlaubt, kann aus ihnen gelernt werden. Eine offene Fehlerkultur fördert die Einsatzfreude der Mitarbeiter:innen.

7. Gehalt

Das Gehalt ist für die meisten nicht der größte Anreiz, eine faire Vergütung zeigt jedoch die Wertschätzung des Arbeitgebers gegenüber dem Mitarbeiter.

8. Flexible Arbeitszeiten

In einer global durchgeführten Studie von Buffer und AngelList aus 2020 sagen 98 % der befragten Arbeitnehmer, dass sie sich flexibles Arbeiten wünschen. Damit können Arbeitgeber eine gute Work Life Balance ermöglichen und so Mitarbeiter stärker an das Unternehmen zu binden.

9. Entwicklung fördern

Indem Mitarbeiter ihre Kenntnisse und Fähigkeiten ausbauen und diese auch im Job anwenden können, gehen sie mit mehr Motivation an die Arbeit.

Was sind Ihre Gedanken zu diesem Thema? Was fördert Ihre Arbeitsmotivation, was schränkt sie ein?

Scroll to Top

In Zukunft keinen Blogartikel mehr verpassen

Wir helfen Ihren gerne Ihre Pflegewissen zu verteifen und Ihre Ziele zu erreichen. Hinterlassen Sie unten Ihre Emailadresse und wir senden Ihnen regelmäßig unserer Newsletter mit aktuellen Informationen aus der Welt der Pflege.

Premium Mitgliedschaft

30 Tage kostenlos.

Kostenlos Registrieren