Psychische Herausforderungen während Corona

Nurse in a nursing home

Wir befinden uns immer noch in einer für uns alle sehr herausfordernden Zeit und in den letzten Artikeln und auch noch im nächsten Podcast, wollen wir uns noch einmal mit ein paar weiteren Gedanken und Tools zum Thema beschäftigen.

Im Rahmen der Recherche und eines eigenen Coachings, sind mir einige Dinge nochmal konkret aufgefallen bzw. ich bin über den Einen oder Anderen Hinweis noch einmal gestolpert, Das möchte ich in diesem Artikel in kurzen Überlegungen mit einarbeiten.

Ich möchte als Grundlage einmal einen Teil eines Kapitels aus dem Buch „Corona, wie Sie psychische Herausforderungen meistern“, zitieren.

„Durch die Corona- Krise erleben wir dramatische Veränderungen in unseren sozialen Beziehungen. Wir erleben uns nicht mehr in Gruppen, nur noch in Familien oder sonstigen Haushaltsgemeinschaften. Das hat Konsequenzen für unsere Identität, die wir durch unsere Gruppenzugehörigkeit finden und stabilisieren. Wir können öffentliche Räume wie Restaurants, Sportvereine, Veranstaltungen, Kinos, Bibliotheken und Cafés, in denen wir gemeinsame Interessen ausleben und uns bestätigen können, nicht wie gewohnt nutzen. Unsere wenigen Kontakte finden mit Mindestabstand statt. Unsere Beziehungspartner können wir nicht so ohne weiteres wechseln, und wir sind an die gebunden, die wir kennen. Familien -und Berufsleben werden durch das Homeoffice eng verquickt. Singles haben womöglich als einzigen Gesprächspartner nur noch die Kollegen. Soziale Beziehungen zu Freunden, Kindern und Enkelkindern, gerade bei älteren Menschen, können oft nur noch per Telefon oder über digitale Medien ausgelebt werden. Das hat Auswirkungen auf unser Verhältnis zu Nähe und Distanz, auf unsere Identität; viele von uns erfahren nicht ausreichend körperliche und psychische Zuwendung, was sich auf unser Wohlbefinden auswirkt. Ein großer Teil unserer Grundbedürfnisse wie z.B. das Bedürfnis nach Bindung und Beziehung, das Bedürfnis nach Sicherheit und Orientierung und vor allem das Bedürfnis nach Struktur, Stimulus und Zuwendung werden zurzeit nicht mehr genügend befriedigt. Schon im April wurde in den Medien von Jonas Tesarz, Oberarzt für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik am Universitätsklinikum Heidelberg, das „Wuhan- Syndrom“ beschrieben (Focus Online 16.04.2020): „Die Bezeichnung Wuhan Syndrom bezieht sich auf ein Cluster psychischer Symptome, die sich in Wuhan in Folge der großflächig verordneten Quarantänemaßnahmen beobachten ließen“. Durch den Lockdown reagierten Menschen in der Provinz Hubei mit einer starken Zunahme von Ängsten, bis hin zu Panikstörungen, psychischem Stress, Erschöpfung, Nervosität und Schreckhaftigkeit sowie mit Schlafstörungen. Inzwischen sind diese Symptome auch wissenschaftlich bestätigt worden. Das Erfüllen unserer psychologischen und körperlichen Grundbedürfnisse ist eine wichtige Ressource, um gesund und stabil zu bleiben. Was können wir tun, um diese zu befriedigen?“ (Quelle: Gabriele Frohme 2020 S. 9/10).

Soweit aus dem Buch. Genau mit dieser Frage, möchte ich mich aber in der nächsten Podcastfolge einmal auseinandersetzen, denn hier gibt es einige Impulse und Empfehlungen.

Was genau ist Selbstfürsorge?  Wie stoße ich Verhaltensveränderungen an?  Wie sorge ich für Lebensfreude? Wie kann man Entspannung, Bewegung und Psychohygiene während dieser Phase ins eigene Leben bringen? Das sind Fragen, denen wir uns dann einmal widmen werden.

Als Psychohygienemaßnahmen, habe ich unterschiedliche Impulse zusammengetragen und diese wiederholen sich sicherlich auch immer wieder, da sie sich eben an wichtigen Grundpfeilern und Grundbedürfnissen orientieren wie z.B dem Bedürfnis nach Sicherheit und Orientierung, Autonomie und Selbstbestimmung, Bindung und Beziehung, , Stimulus durch sinnliche Anregung, Sinn, Selbstwirksamkeit und noch einigen anderen mehr.

Für die tägliche Psychohygiene sorgen schon kleine Dinge, wie Ruhepausen, Tagesstrukturierung, kurze Spaziergänge, Musik, Kontakte durch Anrufe oder andere Onlinelösungen, Kreativität, Stimulation, Dankbarkeitstagebücher, Fokus auf positive Geschehnisse und sind sie noch so klein. Die innere Einstellung fördert nachweislich die Selbstheilung und über die Bedeutung der inneren Vorstellungskraft werde ich im Podcast noch sprechen. Dazu habe ich eine sehr interessante Geschichte gefunden, die vor einigen Jahren in einer indischen Zeitschrift publiziert wurde.

Sorgen Sie schon ausreichend für sich selbst?

Vielleicht finden Sie ja noch den einen oder anderen Impuls. Ich würde mich freuen.

In diesem Sinne bleiben Sie gesund und achten Sie gut auf sich!

Bis zum nächsten Artikel (es gibt auch ein Onlineseminar am 26.02 zum Thema Rituale und Routinen, die ebenfalls helfen können den Tag zu strukturieren und zu mehr Wohlbefinden zu führen)

Ihre Lisa Ruchnewitz

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