Psychohygiene – Alles immer perfekt? Nein danke!

Psychohygiene - Alles immer perfekt? Nein danke!

Noch ein Beitrag zum Thema Psychohygiene…was ist das los? Naht der Herbstblues und alle Menschen werden aufgefordert besonders auf sich „Acht zu geben“ jetzt und vor dem Winter und der dunkleren Jahreszeit-die ja auch häufig mit Einkehr und Rückzug zu tun hat-, noch einmal zu reflektieren…was brauche ich? Wo kann ich mich noch besser um mich selbst kümmern, um in der dunkleren Phase des Jahres nicht in ein Loch zu fallen?!

Eine Intention war es bestimmt, jetzt vor bzw. in diesem Jahreszeitenwechsel noch einmal etwas „Ins Rollen zu bringen“ und anzustoßen, denn für viele Menschen, ist das ein Thema. Häufig gehen sie im Dunklen aus dem Haus und kommen auch im dunklen wieder. Dann noch Schichtdienst dazu, stressige Arbeit, Personalmangel, Überforderung und schwupps, ist es passiert und man befindet sich in einem Strudel aus Erschöpfung, Lustlosigkeit, Frust und Überforderung. Aber was tun?

Wir haben eine Podcastfolge zum Thema Psychohygiene und in der Entstehung dieser Folge, ist der zweite Aspekt entstanden, der zu diesem Artikel geführt hat.

Mussten Sie schon einmal über etwas sprechen oder jemanden von etwas überzeugen, aber waren gerade selber nicht auf der Höhe? Oder haben Sie schon einmal einer Freundin/ einem Freund einen Tipp gegeben, den Sie aber selber in dem Moment überhaupt nicht beherzigten?

Schöne Beispiele sind hier gesunde Ernährung, Sport, Entspannung… Man weiß, wie es geht, weiß wozu es führt, das Gegenteil zu tun…aber wie hat eine kluge Dame in meinem Studium am ersten Tag gesagt „Merken Sie sich eins: Wissen ist nicht Können.“

Unser Thema im Podcast ist also „Psychohygienetipps für den Alltag“. Auch ich bin ja nur ein Mensch und habe, wie wahrscheinlich jeder Mensch trotz meines Wissens und meiner Erfahrung zu bestimmten Dingen (eben genau diesen Dingen wie Ernährung, Sport, Entspannung, Maßnahmen wie Routinen im Alltag etc.) eben auch mal einen „schlechten Tag“. Einen Tag in dem ich nicht im Flow bin und die Dinge nicht so leicht von der Hand gehen und eben vielleicht auch mal nicht perfekt werden. Wenn man aber genau an so einem Tag darüber sprechen soll, wie man seine Seele im Alltag stärkt, ist es ein bisschen so, als würde man während man jemanden dazu bringen möchte, sich gesünder zu ernähren, selbst einen doppelten Hamburger verdrückt.

Also bin ich einen Schritt zurückgegangen und bin zu dem Aspekt gekommen, der häufig vergessen wird:  Dass eben genau DAS auch zur Psychohygiene gehört. Den Druck rauszunehmen, es in Ordnung zu finden einfach mal eine Woche, einen Tag, eine Stunde nur „okay“ zu sein statt perfekt. Es geht nicht um Selbstoptimierung bis zum Umfallen, denn das ist eben nicht Psychohygiene. Psychohygiene bedeutet, auf seine Seele aufzupassen, achtsam zu sein, darauf zu achten, was gerade aktuell gebraucht wird um einen Zustand zu erhalten, in dem es möglich ist seinen Alltag, seine Arbeit so zu leben, dass ein „gesund bleiben“ möglich ist.

Was im Bereich Ernährung dann der Hamburger ist, ist im Bereich Psychohygiene/Balance eben dann mal ein Moment des „Durchhängens“ der durchaus erlaubt ist, den man vielleicht manchmal sogar braucht, um wieder neuen Schwung zu holen oder sogar neue Dinge einzubauen in den Alltag, weil man vielleicht merkt „irgendetwas läuft scheinbar gerade nicht rund“.

Die Tipps für die erste Intention (Herbstblues), die hören Sie also jetzt im Podcast. Der Rest ist hier gelandet. Man kann das nicht pauschalisieren, in dem man schreibt „Fahren Sie den Anspruch an sich selbst herunter“, denn das ist vielleicht ja gar nicht IHR Problem. Vielleicht ist Ihr Problem vielmehr nicht in Schwung zu kommen. Deshalb ist hier sicher das Geheimnis wieder eine Balance herzustellen, um gesund zu bleiben. Diejenigen unter uns, die einen Hang zum Perfektionismus haben, nehmen den Druck ein wenig heraus und machen sich bewusst, dass die Welt nicht unter geht, wenn sie einmal Fünfe gerade sein lassen, und diejenigen, die das immer tun und quasi „ausschließlich zum Hamburger greifen“ -im übertragenen Sinne-, versuchen ebenfalls eine Balance herzustellen, indem Sie sich ihre persönlichen Ziele bewusst machen und häufiger Dinge in ihren Alltag integrieren, die sie voranbringen.

Es ist also völlig individuell. In welcher Hinsicht müssen Sie sich vielleicht gerade wieder ausbalancieren?

Denken Sie daran, egal zu welcher Gruppe Sie gehören: Es geht darum psychisch gesund zu bleiben und was Sie selbst gerade jetzt dafür brauchen, dass können Sie nur sich selbst beantworten.

Wir können sicher viele Tipps geben und Dinge beleuchten, aber jeder muss schauen, an welcher Stelle diese Maßnahmen, Tipps und Hinweise gerade bei ihm persönlich andocken können.

In diesem Sinne

Eine gute und gesunde Zeit und bis bald

Ihre Lisa Ruchnewitz