Ratgeber zum Thema: 5 einfache Techniken, um Menschen besser zu pflegen und zu betreuen

Erfahren Sie mit unserem Ratgeber Techniken, um Menschen besser zu pflegen und zu betreuen

Mit einem Pflegefall in der Familie ändert sich Ihr ganzes Leben

 

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Machen Sie eine Notfallplan
  2. Teilen Sie die Arbeit
  3. Pflege demenzkranker Familienmitglieder
  4. Beziehung auf dem Prüfstand
  5. Achten Sie auf sich selbst

Lesezeit: 3 Minute / 795 Wörter

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Erfahren Sie mit unserem Ratgeber Techniken, um Menschen besser zu pflegen und zu betreuen

 

Es ist nur natürlich, dass wir unseren Familienangehörigen zur Seite stehen wollen, wenn diese
gesundheitlich eingeschränkt sind. Diese Situation bringt uns an unsere Grenzen, konfrontiert uns
mit dem Tod und wirft Lebenspläne über den Haufen. Doch meist wachsen wir in diesen Situationen
mehr, als unsere eigenen Lebensziele es möglich machen würden.

 

1. Machen Sie eine Notfallplan

Kommt es in Ihrer Familie zu einem Pflegefall und sind Sie von einem Tag auf den anderen die
Pflegekraft, ist ein Notfallplan von Vorteil. Auch Sie können krank werden, sich im Berufsverkehr
verspäten oder eine Autopanne haben. In diesem Fall ist es wichtig, die Pflege Ihrer Angehörigen
kurzzeitig delegieren zu können. Suchen Sie sich eine Kontaktperson, der Sie vertrauen und die
Ihnen im Notfall immer unter die Arme greifen würde. Besprechen Sie mit ihr die Situation und
informieren Sie sie darüber, was im Notfall zu tun ist. Legen Sie in Ihr Portemonnaie eine Notiz
mit dem Vermerk, dass Sie eine Pflegeperson sind. Schreiben Sie die Kontaktdaten der Ersatzperson
dazu. So sind Sie im Notfall abgesichert und Ihr Notfallkontakt kann verständigt werden.

 

2. Teilen Sie die Arbeit

Natürlich ist jedem Menschen die Pflege durch einen Angehörigen lieber. In manchen Situationen
werden Sie aber nicht daran vorbeikommen, sich Gedanken über eine Pflegekraft zu machen. Ist Ihr
Familienmitglied in seiner Bewegungsmöglichkeit so sehr eingeschränkt, dass beispielsweise das
Waschen nicht mehr alleine geht, können Probleme entstehen. Der Gedanke, dass man als Tochter den
eigenen Vater am ganzen Körper waschen oder als Sohn die körperliche Pflege der Mutter übernehmen
soll, mag unangenehm erscheinen. Geht es den zu pflegenden Personen ebenso, sollte über eine
Pflegekraft gesprochen werden, die bestimmte Arbeiten übernimmt und die Intimsphäre beider Seiten
schützt.

 

3. Pflege demenzkranker Familienmitglieder

Demenzerkrankte müssen individuell betreut werden, je weiter die Krankheit fortschreitet. Hier geht
es nicht nur um die Versorgung und Betreuung der Angehörigen, oft geht es schlicht um den Schutz
des Lebens. Schwindet die Erinnerung, sind Spaziergänge oder Einkäufe nur noch in Begleitung
möglich, um dem Familienmitglied einen sicheren Weg nach Hause zu ermöglichen. Ist es Ihnen in
solch einem Pflegefall nicht möglich, zu der erkrankten Person zu ziehen, muss über eine
Pflegekraft gesprochen werden. Demenzkranke Menschen brauchen zu ihrer eigenen Sicherheit ab einem
bestimmten Zeitpunkt eine Rundumbetreuung. Wenn Sie selbst arbeiten, muss in dieser Zeit eine andere
Person anwesend sein. Auch wenn es Ihnen nicht angenehm ist, zum Schutz Ihrer Lieben sollten Sie
eine Pflegekraft finden, die Ihr Vertrauen erhält und mit dem erkrankten Familienmitglied auf einer
Wellenlänge liegt.

 

4. Beziehung auf dem Prüfstand

Jeder familiäre Pflegefall bringt das eigene Leben durcheinander. Handelt es sich um die Eltern
oder Schwiegereltern, muss sich die Beziehung zum Partner bewähren. Übernehmen Sie ganz oder
teilweise die Pflege des Elternteils, können Sie nicht mehr so viel Zeit mit Ihrem Partner
verbringen. Hier müssen klare Verhältnisse geschaffen und im Vorfeld darüber gesprochen werden,
was auf Ihre Beziehung zukommt. Im Idealfall zieht Ihr Partner mit, unterstützt sie und übernimmt
selbstverständlich die ihm möglichen Aufgaben. Es ist aber nicht immer so einfach. Lässt die
Arbeit dem Partner keine Zeit, den Pflegebedürftigen zu unterstützen, stellen sich irgendwann die
ersten Vorwürfe ein. Sie verbringen die meiste Zeit bei dem zu pflegenden Elternteil, müssen alles
alleine regeln und kommen Sie nach Hause, werden Sie unter Umständen ebenfalls mit Erwartungen
willkommen geheißen. Damit sind Konflikte vorprogrammiert. Setzen Sie sich deshalb alle an einen
Tisch und überlegen Sie eine Strategie, wie alle eingebunden werden können, ohne dass jemand
überbelastet wird. Ziehen Sie alle an einem Strang, fühlt sich jeder gesehen und respektiert.

 

5. Achten Sie auf sich selbst

Sie sollten nicht nur Auszeiten für sich einplanen, beobachten Sie auch Ihre Stimmungen. Ist der
Pflegefall eines Angehörigen gerade erst eingetreten, sind sie viel zu sehr mit dem Organisieren
beschäftigt, um in Ihr Inneres zu lauschen. Werden Eltern zum Pflegefall, müssen Kinder in eine
andere Rolle schlüpfen. Auch wenn Sie erwachsen sind, existierte bisher nur das Bild, dass Sie von
Ihren Eltern umsorgt wurden. Jetzt ist es umgedreht. Sie als Kind müssen sich um Ihre Eltern
kümmern. Das ist eine völlig neue Situation, die an die Psyche geht. Zusätzlich zeigt eine
Erkrankung, die zum Pflegefall führt, an, wie endlich das Leben ist. Für Sie als Kind Ihrer Eltern
bedeutet das eine Konfrontation mit Verlustgefühlen und Ängsten. Sie müssen sich mit dem nahenden
Ableben Ihrer Eltern auseinandersetzen und werden mit der Tatsache konfrontiert, dass Ihre
Eltern-Kind-Beziehung nie wieder so werden wird, wie sie ursprünglich war. Obwohl das zu pflegende
Elternteil noch lebt, befinden Sie sich in einer Trauerphase. Nehmen Sie sich dafür Zeit und Raum.

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