Schmerzen – Ein Denkanstoß für Leitungskräfte (Teil 2)

Schmerzen - Ein Denkanstoß für Leitungskräfte (Teil 2)

Im letzten Blogbeitrag haben wir uns ja schon etwas mit dem Aspekt der Reflexion zum Thema Schmerzen beschäftigt. D.h. das man sich als Leitungskraft seine eigene Haltung bewusst macht um seinen Mitarbeitern einen menschlichen und fachlich richtigen Umgang mit der Thematik vorzuleben.

 

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Lesezeit: 2 Minute / 415 Wörter

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Schmerzen – Ein Denkanstoß für Leitungskräfte (Teil 2)

 

Wenn man dazu als Leitungskraft seine Haltung gefunden hat, ist dies ein erster Schritt, aber noch nicht die ganze Miete. Damit beginnt erst die Umsetzung. Die Schulung der Mitarbeiter ist zu diesem Thema ein wichtiger Aspekt. Das in der Ausbildung gelernte reicht hier häufig nicht aus (es sei denn die Ausbildung ist vor sehr kurzer Zeit beendet worden und der Transfer der Theorie in die Praxis klappt sofort).

 

Was wissen Sie und Ihre Mitarbeiter zu den Themen:

  • WHO Stufenschema zur medikamentösen Versorgung?
  • Mit welcher Skala zum Einschätzen von Schmerz arbeiten Sie? Und wie häufig findet dann tatsächlich eine Maßnahme statt?
  • Sind Ihre Bewohner/Patienten richtig eingestellt mit Analgetika? (Ich habe im letzten Jahr einen Wohnbereich begleitet, in dem ich auch die Medikamente überprüft habe und dabei ist aufgefallen, dass eine alte Dame mit 48 Kg über zwei Jahre mit einer Höchstdosis Ibuprofen eingestellt war, nur, weil vergessen wurde, dass nach einem Sturz wieder abzusetzen). So etwas ist höchst ungünstig.
  • Werden bei Ihnen im Haus Alternativen angeboten zu Analgetika (physikalische Therapie wie Wärme/Kälteanwendungen, Aromatherapie, Massagen etc.)?
  • Wie sehr werden Bewohner/Patienten/Angehörige mit einbezogen in die Therapieentscheidungen?
  • Wie ist es um die Fähigkeit der sog. Krankenbeobachtung Ihrer Mitarbeiter bestellt? Sind diese in der Lage auch bei in der Kommunikation eingeschränkten Bewohnern/Patienten Schmerzen zu erkennen und zu handeln?
  • Ist den Mitarbeitern klar, dass Wunden einen großen Schmerzaspekt haben können und die Gabe von Analgetika im Vorfeld (z.B. vor einem Verbandwechsel) eine unerlässliche Maßnahme sein kann, um menschlich zu pflegen?
  • Wie ist die Zusammenarbeit/Kommunikation mit den Ärzten?
  • Die Dokumentation von Schmerzverläufen, kann Hinweis darauf geben unter welchen Umständen, Schmerzen stärker und/oder Schwächer sind, dies kann im Umkehrschluss eine Anpassung im Tagesablauf und in der Tagesstruktur bedeuten. Wie ist hier die Zusammenarbeit/Kommunikation von Pflegepersonal und Betreuungskräften?
  • Kennen Sie den Schmerzkreislauf? (Siehe Abbildung)Der Schmerzkreislauf | Ellviva.dehttp://www.ellviva.de/Gesundheit/Schmerzen-bekaempfen-Wachsamkeit.html

Diese und noch einige weitere Fragen, bringt eine Beschäftigung mit dem Thema Schmerzversorgung mit sich. Die Thematik geht weit darüber hinaus, dass ein Arzt ein Analgetikum verschreibt, die Pflegefachkraft es verabreicht und der Bewohner/Patient dann schmerzfrei ist. Es gibt so viele Faktoren die in  den Bereich Schmerzen mit hineinspielen, dass ein hohes fachliches Wissen vorhanden sein muss, was in der Umsetzung von Ihnen als Leitungskraft koordiniert und unterstützt werden sollte.

 

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Alle Beiträge zum Thema „Schmerzen“ im Überblick

  1. Schmerzen – Ein Denkanstoß für Leitungskräfte – Teil 1
  2. Schmerzen – Ein Denkanstoß für Leitungskräfte – Teil 2
  3. Pflege bei Schmerzen Teil 1 – ein (persönlicher) Erfahrungsbericht
  4. Pflege bei Schmerzen Teil 2 – Grundlagen der Schmerzeinschätzung
  5. Pflege bei Schmerzen Teil 3 – Maßnahmen und Standardfehler

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