Stressmanagement für Pflegende-ein Erfahrungsbericht in anderem Sinne

Stressmanagement für Pflegekräfte

Während ich eine Fortbildung vorbereitete zum Thema „Stressmanagement“ in einem Pflegedienst, in dem wir die Thematik nun schon zum dritten Mal betrachten und alle Begrifflichkeiten geklärt sind (Eustress, Distress, Stressoren usw.), erwischte ich mich bei dem Gedanken „alle werden wieder über die Strukturen schimpfen und kaum einer kommt auf die Idee mal nach sich selbst zu schauen“, am Flipchart werden Begriffe wie „Zeitdruck, Forderungen durch Klienten, Schichtdienst, Müdigkeit usw. stehen und die Lösungsmöglichkeiten werden kategorisch ausgeblendet…soweit in dem Moment mein persönlicher „Stress“.

 

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Stress bewältigen – Ein Erfahrungsbereicht Pflegende
  2. Stressmanagement – Es geht um mehr als Tools zu vermitteln
  3. Stressreduktion Lösen durch einen Perspektivwechsel

Lesezeit: 2 Minute / 566 Wörter

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Stress bewältigen – Ein Erfahrungsbereicht Pflegende

 

Hatte ich etwa für einen kurzen Moment meinen Enthusiasmus und den Weitblick verloren? Warum begann es mir persönlich Stress zu bereiten, wenn andere ihren Stress nicht bewältigen können? Was läuft da gerade falsch fragte ich mich und entschloss mich kurz eine virtuelle Landkarte mit Begrifflichkeiten zu versehen, um meine Gedanken zu ordnen. Rund um die „Wolke“ in die ich den Begriff Stressmanagement schrieb, sammelte ich Begriffe die mir direkt dazu kamen, und es kamen einmal ganz andere Begriffe heraus als die klassischen, die im Stressmanagement ansonsten vorne anstehen.

Zum Beispiel: Perspektivwechsel, Angst vor Veränderung, Angst vor Auseinandersetzung und Konfrontation, Angst eingefahrene Wege zu verlassen, Wer stellt Ansprüche an wen und warum? Vermeidung von Lösungen, belastende Situation die Sicherheit gibt, besser als neue Situation die erst einmal unsicher ist, Versagensängste…diese ganzen Ängste die dahinterstecken, etwas für einen persönlich verändern zu wollen kamen mir in den Sinn, kannte ich das nicht auch? Vielleicht nicht zwingend in meinem Arbeitsbereich, aber den sogenannten „inneren Schweinehund“, der uns daran hindert Veränderungsprozesse durchzuhalten, den kennen wir doch alle.

Wie schwer es ist in seinen Gewohnheiten etwas zu verändern, durchzuhalten und dabei zu bleiben, darüber gibt es viele Untersuchungen und Studien, viele Coaches beschäftigen sich damit, es gibt tausende verschieden Kurse zu dieser Thematik.

 

Stressmanagement – Es geht um mehr als Tools zu vermitteln

Es ging mir im Brainstorming also noch einmal ganz bewusst auf, dass es auch beim Thema Stressmanagement ein springender Punkt ist, dass es eben nicht nur und ausschließlich darum geht Tools also Werkzeuge zu vermitteln um den Pflegenden etwas an die Hand zu geben, mit dem sie ihren Stress möglichst ausschalten oder weitestgehend reduzieren können…das ist nur ein winzig kleiner Part (Entspannungsmethoden, Coachingtools usw.), sondern dass es etwas entscheidendes gibt, was besser nicht gesagt werden könnte als durch folgendes Zitat von Saint Exupery: „Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

 

Stressreduktion Lösen durch einen Perspektivwechsel

Soll ich nun Sehnsucht wecken, nach Stressreduktion und entspanntem Arbeitsalltag? So ähnlich, es geht sicher darum an alten Mustern „zu kratzen“ ein paar Wellen in den gleichförmigen Routinestrom zu bringen, und die erwähnte Angst in Frage zu stellen. Nun fragte ich mich was auf den Arbeitsalltag Pflege im übertragenden Sinne dieses „weite endlose Meer“ alles sein könnte und kam von einem aufs andere. Ich vergaß meinen „Vorbereitungsstress“. Das ist ein weiterer Aspekt, den ich ebenfalls mit aufgeführt hatte „Perspektivwechsel“, einen Schritt zurücktreten und seinen Stress und Frust mal von „Hinten oder von der Seite anschauen“ und schon sieht man etwas ganz anderes und auch wenn es nicht immer besser oder schöner ist, es ist immerhin anders und „anders“ gibt neuen Input und führt damit nicht selten zu anderen Lösungen.

 

In diesem Sinne eine gute Zeit mit hin und wieder einem kleinen Richtungswechsel.

 

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