Zwischenbilanz 2020 – auf Kurs bleiben

Zwischenbilanz 2020 - auf Kurs bleiben

Da sich das Jahr ja nun allmählich dem Ende entgegenneigt (unglaublich, eben war doch noch Sommer) fand ich, es ist Zeit einmal zu schauen, was eigentlich so los war und wie wir alle uns so ausrichten könnten in den letzten 2,5 Monaten dieses Jahres.

Nicht, dass ich das entscheiden möchte für alle Leser, aber einen Anstoß geben vielleicht unser aller Dickicht mal wieder zu verlassen.

Die letzten Monate haben wir uns überwiegend in einer relativ stringenten Berichterstattung mit den immer gleichen Schlagworten und Themen bewegt. Es ging um Corona, systemrelevante Berufe, Boni, Maskenpflicht, Lockdown, Insolvenzen, Ängste, Verschwörungstheorien, Singende Menschen auf Balkonen, Einsamkeit und Zusammenhalt, Homeschooling, Ideen um die Menschen zu vernetzen und Alternativen zu vielen herkömmlichen Arten Menschen zusammenzubringen u.v.a.

Dann ebbte es etwas ab, einiges war vergessen, anderes führte zu Veränderungen und/oder Reflexionen und nun- verstärkt; geht es weiter und viele Menschen fragen sich, wie lange noch…wird es jemals wieder so etwas wie Normalität geben, oder ist das jetzt unsere Normalität? Meine zweijährige Tochter drückt mir einen Mund-Nasenschutz in die Hand, wenn ich sage wir gehen einkaufen und für die Große sind diese ebenfalls ganz schnell zur Gewohnheit geworden und werden nicht mehr vergessen, auch andere Gegebenheiten wurden relativ schnell zur Gewohnheit und sorgen nicht mehr für Verwunderung/Verärgerung.

Auf unseren Fernsehprogrammen laufen Talkrunden in denen sich Virologen, Soziologen, Psychologen, Mediziner und Politiker über die Pandemie unterhalten, zuweilen streiten, auseinandersetzen und Lösungen suchen. Verschwörungstheorien wabern im Internet umher und auch damit wird sich jetzt auseinandergesetzt…wo kommen die her? Warum ist das so? Wer ist „anfällig“ für so etwas. Entnervte Ärzte und Pfleger die eine um die andere Schicht Coronapatienten versorgen machen ihrem Ärger über das Verhalten der Bevölkerung Luft und können über die Verschwörungstheoretiker nur noch müde lächeln. STOP. Jetzt bewegen wir uns genau darin wieder. Eine dreiviertel Seite zur Beschreibung der Ist- Situation. Etwas was wir jeder Tag hören, lesen, sehen…etwas wo wir anfangen entweder Scheuklappen aufzusetzen, du banalisieren, zu dramatisieren, verwirrt zu sein, wegen der ganzen unterschiedlichen Bestimmungen und Gesetze und Strafen und Handhabungen oder einfach zu resignieren und einfach nicht mehr weiterzuwissen.

Dieser Artikel soll die Situation weder verharmlosen noch dramatisieren, er kann keine Lösungen aufzeigen und nicht dabei helfen Licht ins Dunkle zu bringen, er kann alles was bisher passiert ist nicht mehr verändern und auch das was noch passieren wird nicht aufhalten. Er kann aber vielleicht dabei helfen, einmal kurz innezuhalten und sich die Frage zu stellen: „Was kann ich persönlich, jetzt gerade in dieser Situation,- an meinem Arbeitsplatz, in meiner Familie, in meinem Umfeld-, dazu beitragen, die Situation für mich selbst und den Menschen der mir gerade gegenübersteht- für einen Moment vielleicht nur – zu verändern? Und das unabhängig davon, was ich von allem was mit dem Thema Pandemie zutun hat halte.

Was sind meine persönlichen Werte? Welche habe ich vorher gelebt, welche habe ich das letzte Jahr gelebt und welche möchte ich weiterhin leben?

Schaffe ich das in dieser Zeit und wo verliere ich mich vielleicht aufgrund dieser ganzen Verwirrungen und Szenarien?

Es geht nicht darum zu romantisieren was alles trotzdem geht und was Corona vielleicht auch Positives gebracht hat, neben all dem Negativen- darüber wurde hinreichend berichtet. Welche Möglichkeiten wir haben, welche Alternativen. Nein die Fragen oben zielen auf etwas anderes ab. Auf einen Satz den man vielleicht mehrmals lesen muss, bevor er angekommen ist.

„Alles was du erlebst, findet immer in dir selbst statt, egal wohin du gehst“. Wie kann man diesen Satz aber nun verstehen in Bezug auf die ganze Situation?

Es sind immer wir selbst, die „mit dem arbeiten“ was gerade geschieht. Nur wir selbst können Verantwortung übernehmen, für das wie wir erleben was gerade geschieht.

 

Dazu ein paar Zeilen:

„Worauf du achtest, das wirst du bemerken.

Was du bemerkst, das wirst du wahrnehmen.

Was du wahrnimmst, das wird dein Erlebnis sein.

Deshalb erschafft das, worauf du achtest, dein gesamtes Leben.“

Wenn man das nun liest und auf sich wirken lässt, dann versteht man ein wenig mehr worum es geht. Die Frage die dahinter steht ist: „Worauf bin ich gerade besonders fokussiert? Und möchte ich das auch wirklich so?“

Spiegelt das mich und meine Werte wider, kann ich das Geben, was ich geben möchte? Verhalte ich mich so, wie ich es verantworten kann?

Dieses Innehalten, wünsche ich uns allen die nächsten Wochen und Monate wenigstens ab und an, denn in diesen Momenten in denen man bei sich ist, auf seinem Kurs quasi, fällt es leichter „Gutes zu tun“ und nicht in den Strudel zu geraten, der das Chaos noch verstärkt.

In diesem Sinne bleiben Sie gesund (und bei sich)

Bis zur nächsten Woche

Ihre Lisa Ruchnewitz

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