Entspannt von der Arbeit in den Urlaub

Die vielen To Do‘s vor dem Urlaub

Ein entspannter Übergang von der Arbeit in den Urlaub – wie geht das?
Gibt es nicht immer noch diese oder jene Aufgabe unbedingt zu erledigen? Oder kurzfristige Angelegenheiten, die dringend der Klärung bzw. Bearbeitung bedürfen, bevor wir uns entspannt in den Urlaub begeben können?

Vielleicht habt Ihr auch schon oft die Erfahrung gemacht, dass solche Dinge wie per Naturgesetz immer noch mal schnell kurz vor unserer wohlverdienten Abwesenheit aufploppen. Hinzu kommt unser eigener Anspruch, der bei uns die Erwartung erzeugt, vor dem ersten Urlaubstag auch wirklich alles erledigt zu haben. Wie in Endzeitstimmung muss auf einmal gründlich aufgeräumt, Ordner ausgemistet werden und andere unerledigte Dinge bearbeitet werden. Nur wenn das erfolgt ist, können wir wirklich abschalten.

Wenn wir eine Reise geplant haben, geht es zu Hause dann weiter mit Wäsche waschen, Koffer packen und auch dort eventuell noch mit einer ganzen Reihe von Dingen, die schon lange erledigt werden wollen und unserer Meinung nach dringend vor der Abreise noch angepackt werden müssen, z.B. ein Frühjahresputz oder den Kleiderschrank ausmisten.

Leisure Sickness vermeiden

Das alles zusammen bedeutet meistens in der letzten Arbeitswoche vor unserem Urlaub lange Arbeitstage und großen Stress. Denn sowohl privat als auch auf der Arbeit hängen wir uns nochmal richtig rein und überdehnen unsere Belastbarkeitsgrenze. Im Urlaub angekommen brauchen wir erstmal eine Weile, bis es uns gelingt, diese ganzen Arbeitsprozesse gedanklich loszulassen und unser Nervensystem von einem hohen Stresslevel auf „entspannt“ herunterzufahren.

Endlich ist der erste Urlaubstag da. Und dann ist da auf einmal ein leichtes Kratzen im Hals und die Nase macht sich bemerkbar. Am nächsten Tag liegen wir flach und das ausgerechnet gleich zu Beginn des Urlaubs! Warum nur?
Der Psychologe Bonitz erklärt, dass unser Immunsystem bei Stress auf Hochtouren läuft. Sobald dieser Stress wegfällt, fährt der Körper die Produktion der Abwehrzellen herunter. Krankheitserreger können sich dann leicht einfinden und zum Beispiel grippale Infekte weniger abgewehrt werden.

Wie können wir trotz unerledigter Aufgaben entspannt in den Urlaub gehen?

Die Frage, die man sich hier schon mal stellen könnte, ist, wie realistisch es ist, wirklich alle Aufgaben vor dem ersten Urlaubstag abgearbeitet zu haben. Die Arbeitsweise hat sich bei den meisten von uns doch so verändert, dass wir unzählige parallele Prozesse bearbeiten, mit vielzähligen Start- und Endpunkten. Es ist bei Vielem gar nicht machbar, mit einem klaren „Erledigt“-Schnitt in den Urlaub zu gehen.
Die Herangehensweise scheint also eines mentalen Schrittes zu bedürfen und von dort aus eine andere Perspektive einzunehmen: eine Übersicht der unerledigten Aufgaben. Der Arbeitspsychologe Oliver Weigelt empfiehlt, sich zu notieren, auf welchem Stand eine Aufgabe ist und wie wir nach dem Urlaub damit weiter verfahren. Auf diese Weise würden wir unserer Psyche vermitteln, dass die Aufgabe beendet ist. Wir haben uns einen Plan notiert, wie es mit dieser Aufgabe nach unserem Urlaub weitergeht. Nun kann Ruhe einkehren. Ihr kennt das vielleicht auch – wenn man etwas schriftlich fixiert, braucht man es gedanklich nicht mehr mit sich herumzuschleppen. Man kann sich also entspannen.

„Vorfreude ist die schönste Freude“
Das Sprichwort, in einer Studie genauer unter die Lupe genommen, scheint zu stimmen. In der Studie durften sich Teilnehmer:innen eine Liebeskomödie anschauen oder eine Zeitschrift im Wartezimmer lesen. Bei denjenigen, die sich im Vorfeld auf die Liebeskomödie freuten stieg der Beta-Endorphinen-Gehalt um 27 Prozent und der Gehalt am Wachstumshormon HGH um 87 Prozent, im Gegensatz zu den Teilnehmer:innen, welche die Zeitschrift erwarteten. Vorfreude lässt demnach Glückshormone produzieren und sie verringert gemäß der Studie die Ausschüttung von Stresshormonen und stärkt zugleich das Immunsystem. Das ist eine Erkenntnis, die man im Hinterkopf behalten sollte.

Der Psychologe Weigelt empfiehlt für die Reise oder für einen Urlaub auf Balkonien ebenfalls die bewusste Anwendung von Vorfreude: hier sei es hilfreich, sich moderate positive Erwartungen zu vergegenwärtigen. Wenn wir uns vor Augen halten, worauf wir uns freuen, intensiviere es das positive Erleben im Urlaub.

Im Urlaub entspannen

Im Urlaub angekommen, sei es laut Weigelt zur Entspannung hilfreich, Langeweile zu praktizieren und sich ein oder zwei Tage Ruhe und Nichtstun zu gönnen.
Das ist sicherlich eine gute Möglichkeit, um wieder ganz bei sich anzukommen. Außerdem hat die Urlaubsforschung herausgefunden, dass wir uns am besten erholen, wenn wir in unseren Auszeiten etwas anderes erleben als in unserem Berufsalltag. Jemand, der im Job viel Kontakt zu Menschen hat, erholt sich am besten in einem ruhigen Urlaub und ein berufstätiger Mensch mit wenig Kontakten bei seiner Arbeit profitiert zum Beispiel von einem Urlaub in einer Reisegruppe mit Gemeinschaftsgefühl. Das heißt, dass das, was wir im Urlaub tun sollten, sich deutlich von dem, womit wir uns im Alltag beschäftigen, unterscheiden sollte.


Und nicht nur im Urlaub entspannen

Diese Kontraste zum Alltag zu schaffen, gilt nicht nur für unseren Urlaub, sondern auch für Wochenenden und nach Feierabend. Viele von uns hängen scheinbar ihr ganzes Glück an die wenigen Urlaubstage im Jahr. Das wiederum kann auch Stress erzeugen. Dabei dürfen wir uns durchaus Erholung und Lebensqualität auch im Alltag schaffen. Laut Weigelt können dies Aktivitäten oder Dinge sein, die Urlaubscharakter haben, also eine gewisse Ähnlichkeit mit dem, was wir im Urlaub tun. Ein Picknick am Strand, ein Waldspaziergang oder einen besonderen Cocktail mixen – was auch immer man mit Urlaub assoziiert, wirkt hier.

Was verbindet Ihr mit dem Gedanken an Urlaub oder kleine Auszeiten im Alltag? Teilt dies gerne in unseren Kommentaren! Vielleicht dient dies dem einen oder der anderen unter uns zur Inspiration!

Ich wünsche allen eine entspannte Urlaubszeit und dass Ihr Euch viele schöne Auszeiten im Alltag schafft!

 

Quellen:

https://www.lw.uni-leipzig.de/personenprofil/mitarbeiter/dr-oliver-weigelt

Oliver Weigelt in aok: endlich urlaub – gleich mal krank

https://www.gesundheit-aktuell.de/artikel/vorfreude-haelt-gesund.html

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