Coronavirus – Was ist dran an der Panik und welche Maßnahmen sind sinnvoll?

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Coronavirus – Was ist dran an der Panik und welche Maßnahmen sind sinnvoll?
  2. Bei den bisher hauptsächlich berichteten Fällen verliefen der WHO zufolge vier von fünf
  3. Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?
  4. Wie wird generell damit umgegangen?
  5. Bei Messen, Kongressen oder Veranstaltungen

Lesezeit: 7 Minute / 1169 Wörter

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Coronavirus – Was ist dran an der Panik und welche Maßnahmen sind sinnvoll?

 

Ich musste heute in einem Drogeriemarkt etwas besorgen und als ich den Laden betrat, war die Verkäuferin gerade dabei ein Schild aufzuhängen auf dem stand „Desinfektionsmittel ist leider ausverkauft, keine Lieferung mehr in dieser und nächster Woche“. Die Physiotherapiepraxis einer Freundin hat Probleme, da kein Desinfektionsmittel mehr lieferbar ist, der ambulante Pflegedienst um die Ecke ebenfalls und einige Supermärkte sind leergekauft. Heute Morgen bekomme ich einen Anruf von der Mutter einer Freundin meiner Tochter, mit der Frage, ob ich denke ihre Tochter die im Bett liegt mit Fieber hat das Coronavirus. Das ist nur die Spitze des Eisbergs von Panik, Schlagzeilen, realistischen Aussagen und Kuriositäten wie z.B. eine Flasche Desinfektionsmittel für 59 Euro auf dem Kleinanzeigenmarkt. Das habe ich zum Anlass genommen, mich noch einmal näher damit auseinanderzusetzen und mich auf der Seite des RKI einmal umfassend zu informieren. Diese Infos möchte ich gerne in Kurzform hier einmal teilen. Unter den häufig gestellten Fragen finden sich diejenigen Informationen, die vielleicht ein wenig helfen, das Ganze etwas auf einen realistischen Boden zu stellen.

Eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus führt der WHO zufolge zu Symptomen wie Fieber, trockenem Husten und Abgeschlagenheit, in China wurden bei einigen Patienten auch Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost berichtet. Einige Betroffene litten an Übelkeit, einer verstopften Nase und Durchfall.

 

Bei den bisher hauptsächlich berichteten Fällen verliefen der WHO zufolge vier von fünf Krankheitsverläufen mild!

Bei Kindern scheint die Erkrankung laut WHO vergleichsweise selten aufzutreten und dann mild zu verlaufen. Schwere oder gar kritische Verläufe wurden nur bei einem sehr kleinen Teil der betroffenen Kinder und Jugendlichen beobachtet. Es ist mit den bisherigen Daten allerdings nicht möglich zu bestimmen, welche Rolle Kinder und Jugendliche bei Übertragungen spielen und ob sie generell weniger anfällig für das Virus sind.

Die Frage die immer wieder auftritt und der Grund dafür ist, dass Desinfektionsmittel und Mundschutze überall ausverkauft sind, ist natürlich die Frage nach dem eigenen Schutz.

 

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen Husten- und Nies-Etikette, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (ca. 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten!

Ganz klar formuliert, dass Robert Koch Institut noch einmal das Thema „Tragen eines Mundschutzes“:

Wenn sich eine an einer akuten respiratorischen Infektion erkrankte Person im öffentlichen Raum bewegen muss, kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (z.B. eines chirurgischen Mundschutzes) durch diese Person sinnvoll sein, um das Risiko einer Ansteckung anderer Personen durch Tröpfchen, welche beim Husten oder Niesen entstehen, zu verringern (Fremdschutz). Für die optimale Wirksamkeit ist es wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz korrekt sitzt (d.h. enganliegend getragen wird), bei Durchfeuchtung gewechselt wird, und dass während des Tragens keine (auch keine unbewussten) Manipulationen daran vorgenommen werden.

Hingegen gibt es keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert. Nach Angaben der WHO kann das Tragen einer Maske in Situationen, in denen dies nicht empfohlen ist, ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, durch das zentrale Hygienemaßnamen wie eine gute Händehygiene vernachlässigt werden können.

(UNICEF hat hierzu ein kleines Video veröffentlicht um die Bevölkerung zur richtigen Händehygiene zu erreichen)

https://twitter.com/UNICEF/status/1234830633018544128

 

Davon unbenommen sind die Empfehlungen zum Tragen von Atemschutzmasken durch das medizinische Personal im Sinne des Arbeitsschutzes.

 

Wie wird generell damit umgegangen?

Um Wissenslücken zu schließen, werden die neuartigen Viren in verschiedenen Laboren weltweit untersucht, Krankheitsfälle und das Umfeld werden genau beobachtet, analysiert und bewertet. Die dabei erhobenen und ausgewerteten Daten werden auf internationaler Ebene ausgetauscht um die zur Bekämpfung notwendigen Maßnahmen abstimmen und anpassen zu können.

Die Situation entwickelt sich sehr dynamisch. Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet und analysiert die Lage sehr genau und leitet daraus Empfehlungen für Infektionsschutzmaßnahmen ab, die an die jeweilige Situation angepasst sind.

Bisher wird die Lage in Deutschland vom Robert Koch Institut auf „mäßig“ eingeschätzt.

Die massiven Anstrengungen auf allen Ebenen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) verfolgen das Ziel, einzelne Infektionen so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus dadurch so weit wie möglich zu verhindern.

Um das zu erreichen, müssen Infektionsketten so schnell wie möglich unterbrochen werden. Dies gelingt nur, wenn Kontaktpersonen von labordiagnostisch bestätigten Infektionsfällen möglichst lückenlos identifiziert und für 14 Tage (die maximale Dauer der Inkubationszeit) in häuslicher Quarantäne untergebracht werden (siehe Empfehlung zur Kontaktpersonennachverfolgung bei respiratorischen Erkrankungen durch das neuartige Coronavirus). In diesen 14 Tagen ist das Gesundheitsamt mit den Betroffenen täglich in Kontakt, um rasch zu handeln, falls Symptome auftreten sollten. Auch wenn nicht alle Erkrankungen und Kontakte rechtzeitig identifiziert werden können, bewirken diese Anstrengungen, dass die Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung so stark wie möglich verlangsamt wird. Eine Erkrankungswelle in Deutschland soll hinausgezögert und deren Dynamik abgeschwächt werden.

Generell findet man hier alle Informationen und diese auch sehr vollständig beim RKI und man sollte sich einmal ausgiebig damit auseinanderzusetzen (gerade, wenn man in einem Gesundheits- und Pflegeberuf arbeitet), um einmal dazu beizutragen die Panik einzudämmen auch aufzuklären, denn das gehört ebenso zur Gesundheitskompetenz einer Gesellschaft.

Wie man auf der RKI Seite ganz klar erlesen kann, ist die Situation sicher weltweit ernst. Zu Panik, Hamsterkäufe oder übermäßiger Desinfektion gibt es jedoch keine Empfehlung.

 

Bei Messen, Kongressen oder Veranstaltungen

Bei Messen, Kongressen oder Veranstaltungen ist es allgemein empfehlenswert, auf Prävention von Infektionskrankheiten zu achten. Dazu zählen regelmäßige Reinigung von Oberflächen und Sanitäranlagen sowie gute Belüftung des Veranstaltungsortes. Veranstalter können Teilnehmer und Teilnehmerinnen darüber hinaus organisiert und strukturiert über allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes wie Händehygiene, Abstand halten oder Husten- und Schnupfenhygiene aufzuklären. Die Zuständigkeit bezüglich Veranlassung von Maßnahmen für Messen und Messebesucher obliegt den lokalen Behörden vor Ort. Menschen, die an akuten respiratorischen Erkrankungen leiden, sollten generell lieber zuhause bleiben – v.a. um sich selbst zu schonen, aber auch, um andere vor Ansteckung zu schützen. Diese Maßnahmen sind in erster Linie angesichts der aktuellen Grippewelle sinnvoll. Bei einer weiteren Verbreitung der Erkrankungen können auch weitreichendere Maßnahmen wie bestimmte Auflagen für Messen etc. von den zuständigen Gesundheitsämtern veranlasst werden.

Informationen über das neuartige Coronavirus für die Fachöffentlichkeit sind unter www.rki.de/covid-19 abrufbar.

Das BMG, einige Bundesländer und Krankenkassen haben Hotlines für Bürger geschaltet.

Auch die Podiumsdiskussion des Bundesgesundheitsministeriums mit RKI, Charité etc. kann man sich hier anschauen:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

(Sehr ausführlich mit sechs Experten). Sollte man sich anschauen!

Soweit erst einmal ein paar Eindrücke, ich denke es ist wichtig sich wirklich zu informieren anstatt blind loszugehen und mit Halbwahrheiten Panik zu machen.

Es ist sicher eine ernste Situation aber das Einhalten der wirklichen Hygienemaßnahmen und das wissen um weitere Maßnahmen sind sicherlich sinnvoller als das Nutzen eines Mundschutzes oder das übermäßige heimische Desinfizieren.

Informationen für Bürger, darunter Hygienetipps und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), stellt die BZgA unter www.infektionsschutz.de zur Verfügung.

 

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